Sommervögel [Paul Riniker]

Von Nathan Schocher [ Sélection CINEMA ]
Sommervögel

Eine verstörte junge Frau sitzt nackt in der Badewanne. Daneben auf dem Klodeckel die Mutter, die mit sanfter Stimme auf die Tochter einredet. Die Tür zum Badezimmer ist nur halb geschlossen, im Türspalt taucht der gerötete Kopf des Vaters auf, er ist offensichtlich sehr aufgebracht. Die Mutter fragt: «Wo hat der Mann dich berührt? Du weisst, dass du nichts tun musst, was du nicht willst, nicht wahr?» Die Tochter schüttelt nur den Kopf und sagt: «Ich will nicht baden!»
Diese Szene bringt das Kernthema von Sommervögel auf den Punkt: die sexuelle Selbstbestimmung einer geistig behinderten Person. Wer den Film aber nun als reinen Problemfilm abtun wollte, verpasst die nicht ohne Sinn für Komik erzählte Geschichte der Annäherung der Aussenseiter Res und Greta. Am Anfang trennen die beiden Welten: Er ist gerade aus dem Knast entlassen worden, sie lebt mit 33 Jahren immer noch überbehütet bei den Eltern, wo sie sich eingeengt und unterfordert fühlt. Also streift sie immer wieder mal zum nahegelegenen Campingplatz, wo sie sich für Platzwartin Bea auch mal nützlich machen darf. Res hingegen kennt Bea noch von früher und sucht bei ihr Unterschlupf und Arbeit, weil er sonst schlicht nicht weiss, wohin. Greta fühlt sich rasch zum stämmigen Brummbär Res hingezogen, obwohl der sie mit seiner schroffen Art zuerst oft zurückweist und verletzt. Mit ihrer kindlichen Direktheit schafft sie es allmählich, sein abgebrühtes Rockerherz zu erobern. Und obwohl Res Bea anfangs versichert, er fange doch nicht etwas mit einer Behinderten an, bahnt sich unter den misstrauischen Blicken der übrigen Bewohner auf dem Campingplatz so etwas wie ein kleiner Skandal an.
Paul Riniker hat sich beim Schweizer Fernsehen als Dokumentarfilmspezialist für heikle Themen einen Namen gemacht. Entsprechend feinfühlig und differenziert geht er diese fiktionale Liebesgeschichte an. Darunter leidet streckenweise das Erzähltempo von Sommervögel. Der konsequente Verzicht auf aufgesetzte Dramatik schafft dafür viel Raum für kleine Gesten und Atmosphäre. Hoch anzurechnen ist Riniker das Bestreben, auch seine Nebenfiguren mit einem glaubwürdigen Innenleben auszustatten. Unterstützt wird er dabei von durchs Band tollen Darstellerleistungen, herausragend ist das von Roeland Wiesnekker und Sabine Timoteo gespielte ungleiche Liebespaar. Wiesnekker lässt die Scham und Angst vor Zurückweisung im groben Knasti-Klotz Res durchschimmern, Timoteo übersetzt die unverstellten Emotionen ihrer Greta in eine Körpersprache, für die sie einen zweiten Schweizer Filmpreis als Beste Darstellerin verdient hätte.

PRODUKTION: Hugofilm Productions (Zürich), SF 2010. BUCH: Signe Astrup, Eva Vitja, Petra Haas, Paul Riniker. REGIE: Paul Riniker. KAMERA: Felix von Muralt. TON: Hugo Poletti. SCHNITT: Miriam Flury. MUSIK: Marcel Vaid. DARSTELLER: Sabine Timoteo, Roeland Wiesnekker, Anna Thalbach. VERLEIH: Frenetic Films (Zürich). WELTRECHTE: Hugofilm Productions (Zürich).
35 mm, Farbe, 96 Minuten, Schweizerdeutsch.

28.10.2010, 15:10 | Permalink

Sennentuntschi [Michael Steiner]

Von Nathan Schocher [ Sélection CINEMA ]
Sennentuntschi

Ein Mädchen sammelt Pilze. Was idyllisch aussieht, verdüstert sich zur bösen Vorahnung, denn das Kind streckt erst seine Hand nach einem Fliegenpilz aus, kurz darauf zieht es ein halbes Skelett aus dem Gebüsch.
Die ersten Bilder von Sennentuntschi sind Programm: Regisseur Michael Steiner präsentiert darin nicht durchwegs düstere Horrorbilder, sondern fragt vielmehr nach den Leichen im Keller der Postkartenschweiz. Ziemlich genau hält er sich an die Sage vom Sennentuntschi, das in einem magischen Ritual von drei einsamen Alphirten im Absinthrausch erschaffen wird und sich dann gewaltig an seinen Erschaffern für die an ihm begangenen Untaten rächt. Raffiniert ist allerdings die Erzählkonstruktion: Über weite Strecken des Films werden die Erschaffung des Sennentuntschis auf einer abgelegenen Alp und das Auftauchen einer rätselhaften Fremden in einem Bergdorf parallel erzählt, ohne dass verraten wird, wie die beiden Erzählstränge genau zusammenhängen. Die Rahmenhandlung mit dem mysteriösen Knochenfund verstärkt die Verwirrung zusätzlich. Die Nachforschungen, die der verliebte Dorfpolizist zur Herkunft der unbekannten Fremden anstellt, führen ihn zudem zu ähnlichen Fällen, die in Zeitungsausschnitten dokumentiert sind. Diese Verschachtelungen führen dazu, dass man wie bei einem Krimi als Zuschauer mit dem Polizist an der rationalen Aufklärung eines Falles arbeitet – und gleichzeitig das Sennentuntschi wie ein Gespenst durch Zeiten und Orte zu wandeln und sein Unwesen zu treiben scheint.
Wohltuend hält sich Steiner mit billigen Schockeffekten zurück, er legt Wert auf Genauigkeit und Atmosphäre. So verwendet er einige Zeit darauf, die beengten Verhältnisse im Bergdorf und auf der Alphütte sowie deren psychologische Auswirkungen begreiflich zu machen. Dies macht den Film zu Beginn etwas träge, da zusätzlich die Zeit- und Ortsprünge für Verwirrung sorgen. Dennoch schaut man Nicholas Ofczarek als überfordertem Polizisten gerne zu, wie er die stumme Schönheit vor den abergläubischen Dorfbewohnern beschützen will. Auch bei den drei Alphirten überzeugt die Besetzung: Die knorrige Saftwurzel Andrea Zogg spielt den bauernschlauen Alpöhi mit Verve und Gusto, Joel Basman verleiht dem traumatisierten Geissenpeter Albert eine elastische Körperlichkeit und Carlos Leal schlägt sich trotz Schweizerdeutsch wacker.
Bloss im letzten Drittel, wo die Erzählung an Tempo gewinnt und auch schon mal ein Stall in Flammen aufgeht, beschleicht einen manchmal das Gefühl, es hätten Steiner eben doch noch ein paar Millionen gefehlt, um die Sage vom Sennentuntschi so mächtig und eindrücklich zu verfilmen, wie er es vielleicht gewollt hätte.

PRODUKTION: Kontraproduktion AG (Zürich), Superfilm (Wien), Turnus Film AG (Zürich), ORF, SF 2010. BUCH: Michael Steiner, Michael Sauter, Stefanie Japp. REGIE: Michael Steiner. KAMERA: Pascal Walder. TON: Christophe Giovannoni. SCHNITT: Ueli Christen, Benjamin Fueter. MUSIK: Adrian Frutiger. DARSTELLER: Roxane Mesquida, Nicholas Ofczarek, Andrea Zogg, Carlos Leal, Ueli Jäggi, Joel Basman, Hanspeter Müller-Drossaart. VERLEIH, WELTRECHTE: Walt Disney Studios (Zürich).
35 mm, Farbe, 110 Minuten, Schweizerdeutsch.

27.10.2010, 20:42 | Permalink

Seed Warriors [Mirjam von Arx, Katharina von Flotow]

Von Bettina Spoerri [ Sélection CINEMA ]
Seed Warriors


Ein brennendes Problem, das die ganze Erde in den kommenden Jahren immer stärker beschäftigen wird, greifen Mirjam von Arx und Katharina von Flotow in ihrem Dokumentarfilm Seed Warriors auf, der mit äusserst beunruhigenden Fakten und Entwicklungen aufwartet. Die Weltbevölkerung nimmt weiter zu, der Lebensmittelbedarf wird wachsen, während wissenschaftlichen Prognosen zufolge die Temperaturen auf unserer Erde bis 2050 um rund zwei Grad steigen, wenn nicht mehr. Die daraus resultierenden Einbussen bei der Nahrungsmittelproduktion werden je nach geografischer Lage bis zu 30 Prozent betragen. Diese Faktoren kulminieren in einer Nahrungsknappheit , die harte Verteilkämpfe auslösen wird. Ausserdem bringt das Aussterben mancher Pflanzensorten infolge des Temperaturanstiegs das biologische Gleichgewicht unseres Planeten ins Wanken.
Seed Warriors geht der Frage nach, was Wissenschaftler ausgeheckt haben, um drohende Hungersnöte zu lindern. Der Film führt uns an unwirklich anmutende Schauplätze, deren Existenz man zuerst anzweifelt – und doch gibt es sie: So wurde 2008 im ewigen Eis Norwegens ein riesiger Saatgutspeicher eingerichtet, wo Samen möglichst aller Pflanzenarten der Erde eingefroren gelagert werden, um die Biodiversität unseres Planeten zu retten. Leider sind diese neuen «Archen Noahs» keine Science Fiction: In ihnen werden die dürreresistenten Maisarten aufbewahrt, wie sie in Kenia, einem der Länder, die vom Temperaturanstieg in den letzten Jahrzehnten am meisten betroffen sind, gezüchtet werden. Während hier Wissenschaftler auf höchster Ebene zusammenarbeiten, sind andere länderübergreifende Projekte bescheidener angelegt – aber mit viel persönlichem Engagement und ganz konkreter Hilfe für die unmittelbare Gegenwart der Menschen. Neben einem Besuch in jenem nördlichen Megaspeicher und auf den vertrockneten Maisfeldern Kenias sind es vor allem die zahlreichen Interviews, die diesen Film (als «talking heads») auf der Bildebene dominieren: Auskunft geben u. a. Zachary Muthamia, der Direktor der Nationalen Genbank in Kenia, die Mais-Expertin Marianne Bänziger, Cary Fowler, der Initiant jenes Saatgut-Tresors, David Lobell, Agro-Ökologe der Stanford University in Kalifornien, oder auch die kenianische Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai. Sie alle haben die Notwendigkeit eines sofortigen, konkreten Handelns erkannt und zeigen das Ausmass der drohenden Katastrophen auf – und die Grenzen der verschiedenen Massnahmen. Das macht Seed Warriors gezwungenermassen zu einem inhaltlich nicht sehr kontroversen Film, dafür aber erhält man einen aufschlussreichen Einblick in Szenarien des Horrors und der Hoffnung, die man nicht so schnell vergisst.

PRODUKTION: ican films gmbh (Zürich), ZDF, arte, SF 2010. REGIE: Mirjam von Arx, Katharina von Flotow. BUCH: Katharina von Flotow. KAMERA: Elia Lissy, Maria Tefre, Clare Kemp. TON: Christian Beusch, Marc von Stürler, Joshua Pitt, Mirjam von Arx. SCHNITT: Janet Taylor. MUSIK: Adrian Frutiger, Fabian Sturzenegger. VERLEIH: Praesens-Film (Zürich). WELTRECHTE: ican films gmbh (Zürich).
35 mm, Farbe, 86 Minuten. English, Swahili, Schweizerdeutsch.

27.9.2010, 20:04 | Permalink

Nid hei cho [Thaïs Odermatt]

Von Thomas Hunziker [ Sélection CINEMA ]
Nid hei cho

Selbstverständlich habe er gewildert, gesteht der anonyme Wilderer. Schliesslich habe er «an einem solchen Ort» gewohnt. Gemeint ist Wolfenschiessen in Nidwalden, wo die illegale Jagd auf Gämsen, Steinböcke und Rehe einigen Männern angeboren zu sein scheint. So schildert es Thaïs Odermatt im einfühlsamen Dokumentarfilm Nid hei cho, in dem ein tragisches Schicksal im Mittelpunkt steht.
Nur mit der Luftseilbahn ist die Alp im Innerschweizer Kanton erreichbar, auf der Anna Arnold mit ihrem Mann Jost glückliche Winter erlebte. Doch im Sommer musste sich die Bäurin von der Unteralp oft um ihren Gatten Sorgen machen; wenn er sich wieder das Gewehr schnappte und ans Wildern machte. Fast eifersüchtig sei sie auf das «Gwild» gewesen, das ihrem Mann anscheinend mehr bedeutet habe als sie.
Auch Toni Arnold von der Oberalp, ein Coucousin von Jost, berichtet über das unheilvolle Gen in der Familie, das die Männer im Sommer in Gefahr bringt. Fünf oder sechs junge Männer aus der Familie seien im Alter zwischen 25 und 50 bei der Jagd verunglückt. Seine Frau Therese fügt hinzu, dass sie den Respekt vor der Natur verloren und die Risiken nicht mehr wahrgenommen hätten. Das Hirn der Männer sei auf der Jagd ausgeschaltet. Der Wahnsinn der Männer wird zur Last der Frauen.
Die Stimmen von Anna Arnold, Toni Arnold und dem anonymen Wilderer vereinen sich in Nid hei cho zu einem Gespräch über die unselige Leidenschaft und Sucht der Bergmänner. An den Anfang stellt Regisseurin Thaïs Odermatt allgemeine Feststellungen über die Schicksale der Männer und die Auswirkungen auf die Frauen. Allmählich leitet sie dann zum konkreten Fall über, vertieft die emotionale Spannung: Anna Arnold zeigt Bilder von ihrem Mann. Die Stimme wird zittrig, als sie vom tragischen letzten Abschied zu erzählen beginnt. Toni Arnold führt derweil zu der Stelle, an der sein Vater starb, und in die Berghütte, in der er den verunglückten Jost gefunden hat.
Die stillen Bilder von der verschneiten Landschaft und die Eindrücke von den Höfen vermitteln die Abgeschiedenheit und die Isolation von der Aussenwelt. Dazwischen sind Aufnahmen von der Hegejagd (Abschüsse von kranken Tieren) montiert, die Odermatt von einem Wildhüter erhalten hat. Packend gestaltet sie diese Chronik des Unglücks und führt sie zum ebenso traurigen wie versöhnlichen Ende. Die Nachricht vom Tod ihres Mannes war nicht nur ein Schock für Anna Arnold, sondern auch eine Erleichterung. Sie muss nicht mehr warten und Angst haben. Man weiss jetzt, wo er ist.
Für ihren kurzen Dokumentarfilm wurde Thaïs Odermatt 2009 mit dem Förderpreis für den besten Absolventenfilm der Babelsberger Medienpreise ausgezeichnet, und sie erhielt eine Nomination für den Schweizer Filmpreis 2010.

PRODUKTION: Hochschule Luzern, Schweizer Fernsehen (Zürich) 2009. BUCH, REALISATION: Thaïs Odermatt. KAMERA: Gabriela Betschart. SCHNITT: Florian Ammann, Thaïs Odermatt. TON: Andreas Ehmann, Beni Mosele. MUSIK: Simon Petermann, Simon Rupp. VERLEIH, WELTRECHTE: Hochschule Luzern (Luzern).
Beta SP, Farbe, 17 Minuten, Schweizerdeutsch.

26.9.2010, 20:19 | Permalink

Miramare [Michaela Müller]

Von Doris Senn [ Sélection CINEMA ]
Miramare

Meeresrauschen, schreiende Möwen, das Klacken von Sandalen – dann ein Badetuch, ein Federball, der durchs Bild schwirrt, eine Frau im Bikini… Im Animationsfilm Miramare wird mit einer impressionistischen Tonspur und wenigen Pinselstrichen eine Strandszenerie entworfen: Ein Bild wächst aus dem andern, die Kamera zoomt hinein und wieder hinaus und produziert fliessende Szenenwechsel. Riesig wandert ein Cornet mit seinen farbigen Glace-Kugeln durchs Bild, an Liegestühlen und Sonnenschirmen vorbei, um – immer kleiner werdend – in den Händen eines Jungen zu laden. Ein Band flattert durchs Bild, wobei einzig das Motorengeräusch deutlich macht, dass es von einem Flugzeug dem Strandhimmel entlang gezogen wird. Von der Hand, die einen Kreisel in Schwung versetzt, wechselt das Bild nahtlos zu Spaghetti, über die eine Kelle die leuchtend-rote Tomatensauce giesst.

Die Schweizerin Michaela Müller, die in Zagreb studiert, ist ursprünglich Malerin und vereint nun ihr Können mit der filmischen Animation. Für ihren Diplomfilm malte sie mit breitem Pinsel auf Glas und beschreibt so die Ferien einer Schweizer Kleinfamilie, die unbeschwerte Tage irgendwo am Mittelmeer verbringt. Im Mittelpunkt stehen zwei Kinder, die sich durch Tag und Gegend trollen und nachts im glühend roten Zelt neben den Eltern schlummern. Zumindest bis zu dem Moment, an dem das Mädchen an die Grenzen des Ferienareals vorstösst: Die beiden Kids wagen sich trotz Verbotsschild ins geheimnisvolle Dickicht jenseits des Bretterzauns vor – ein von Grau und Schwarz beherrschtes Niemandsland. Bei ihrem Erkundungsgang überrascht, flüchten die beiden Kleinen rasch wieder ins angestammte Areal zurück. In der Nacht dann fegt ein Sturm über Strand und Gelände: Absperrungen und Grenzen werden zunichte gemacht und für einen Moment herrscht Gleichheit in einer ungleichen Welt.

Das Geschick der Filmautorin für überraschende Abstraktionen, verknüpft mit dem schwungvollen Malstil und einer tollen Bruitage, ergibt eine wunderbar atmosphärische Geschichte ganz ohne Dialog, die auf das spannungsreiche Nebeneinander von Erster und Zweiter oder Dritter Welt anspielt, wo sich die einen den Luxus unbeschwerter Ferien leisten können und die anderen aussen vor bleiben. Der virtuose Miramare wurde bislang nicht nur in Cannes gezeigt – sein Palmarès umfasst bereits auch mehrere Auszeichnungen im In- und Ausland, darunter diejenige als Bester Schweizer Wettbewerbsbeitrag am Animationsfilmfestival Fantoche in Baden.

PRODUKTION: Academy of Fine Arts (Zagreb), Michaela Müller 2010. REALISATION, BUCH, ANIMATION, KAMERA: Michaela Müller. TON, MUSIK: Fa Ventilato. WELTRECHTE: Academy of Fine Arts (Zagreb), Michaela Müller.
35 mm, Farbe, 8 Minuten, ohne Dialog.

21.9.2010, 16:49 | Permalink

Hugo Koblet - Pédaleur de charme [Daniel von Aarburg]

Von Nicola Ruffo [ Sélection CINEMA ]
Hugo Koblet

Regisseur Daniel von Aarburg verschachtelt das kurvenreiche Leben des dandyhaften Radrennfahrers Hugo Koblet zu einer facettenreichen Doku-Fiktion. Hugo Koblet - Pédaleur de charme nimmt den Zuschauer mit in eine vergangene Zeit, als Radrennfahrer so populär wie Popstars waren. Anfangs der fünfziger Jahre kreischten die Groupies bei der Zieleinfahrt. Die Schweizer Radrennen waren riesige Volksfeste. Mittendrin Hugo Koblet, der auf seinem Zenit der Konkurrenz um Längen voraus war. Der Schweizer „James Dean“, wie Koblet damals genannt wurde, hatte bei der Zieleinfahrt noch genug Zeit sein Haar zu kämmen. Und die Siegerehrung musste warten, bis er frisch geduscht hatte.

Hugo Koblet wurde 1925 als Bäckersbube im Zürcher „Chreis Cheib“ geboren. Ähnlich wie die Figur Heini Zürrer in Kurt Frühs Spielfilm Bäckerei Zürrer (CH 1957) zieht es ihn stets stärker auf die Radrennbahn als in die Bäckerstube. Als Naturtalent ist er schon früh erfolgreich. Die Rivalität des Bonvivants zum ebenfalls erfolgreichen „Krampfer“ Ferdi Kübler treibt die beiden Schweizer an die damalige Weltspitze des Radsports. Hugo Koblet gewinnt bereits in jungen Jahren als erster Nicht-Italiener den Giro d’Italia (1950) und anschliessend das bedeutendste Radrennen der Welt: die Tour de France (1951). Filmreif wird dem notorischen Schwerenöter die Frauenwelt, sein laxer Umgang mit dem Geld und eine zu hoch dosierte Amphetaminspritze zum Verhängnis. Er endet als ruinierter und geschiedener Tankstellenbetreiber. Eines Mittags rast er mit überhöhter Geschwindigkeit gegen einen Birnbaum bei Esslingen.

War es ein Unfall oder Selbstmord? Der Film liefert hierzu keine neue Fakten, sondern lässt in sorgfältig ausgewählten Interviewsequenzen seinen schärfsten Kontrahenten, eine frühere Geliebte und seine engsten Weggefährten zu Wort kommen. Ferdy Kübler, Waltraut Haas, Sepp Renggli, Armin von Büren, Remo Pianezzi, Walter Bucher und Göpf Weilenmann zeichnen ein differenziertes Bild des schon früh zum Mythos gewordenen Lebemannes. Schön damit verwoben sind die schwarzweissen Archivaufnahmen der grössten Triumphe des Pedalen-Dandys.

In Nachinszenierungen erzählt Daniel von Aarburg von den Schicksalsschlägen, die sich hinter den Kulissen des Medienstars abspielten. Doch die nachgestellten Schlüsselszenen des Films verblassen hinter den Originalbildern. Und so sind die Schauspieler von vornherein zum Scheitern verurteilt. Denn niemand spielt die Schlaksigkeit Koblets so gut wie er selbst. Die Stärke des Biopics bleibt die behutsame filmische Aufarbeitung des faszinierenden Lebens des “Pédaleur de Charme“.

PRODUKTION: maximage (Zürich), SF, SRG SSR idée Suisse,Teleclub 2010. BUCH: Daniel von Aarburg, David Keller, Martin Witz. REALISATION: Daniel von Aarburg. KAMERA: Pierre Mennel. TON: Hugo Poletti, Martin Witz. SCHNITT: Stefan Kälin. MUSIK: Balz Bachmann. DARSTELLER: Manuel Löwensberg, Sarah Bühlmann, Max Rüdlinger, Chantal Le Moign, Hanspeter Müller-Drossaart. VERLEIH: Walt Disney Studios Motion Pictures (Zürich). WELTRECHTE: maximage (Zürich).
35mm, Farbe und Schwarzweiss, 96 Minuten, Deutsch/Französisch/Italienisch.

09.9.2010, 11:19 | Permalink

Schlaf [Claudius Gentinetta, Frank Braun]

Von Thomas Hunziker [ Sélection CINEMA ]
Schlaf

Eine weisse Linie bewegt sich rhythmisch auf und ab über die schwarze Leinwand. Dazu ertönt ein leiser Ton. Vielleicht ist es der Wind. Oder womöglich das Horn eines Ozeandampfers. Die Linie wird durch einen Schornstein ersetzt aus dem ein zartes Wölkchen steigt. Der Ton wird lauter, kratzender. Ruder und Ruderboote erscheinen, dazu Gestalten mit runden Köpfen. Menschen mit traurigem Blick und geschlossenen Augen. Schlafen sie? Hin- und hergewiegt von den betörenden Wellenbewegungen des Dampfers?

Die Geräusche werden dröhnender, laute und leise Töne wechseln sich ab, liefern sich einen Kampf. Plötzlich neigt sich das Schiff, steht senkrecht im Wasser, geht langsam unter. Mit einem letzten Aufbrausen des Geräusches schiessen die Ruder aus dem Wasser. Die Köpfe der Menschen stossen nach, werden aber von den herunterfallenden Rudern gleich wieder versenkt. Eine weisse Linie bewegt sich rhythmisch auf und ab über die schwarze Leinwand. Dazu ertönt ein leiser Ton.

Bunt und fröhlich war noch der gefährliche Ausflug in Die Seilbahn (CH 2008), dem letzten kurzen Animationsfilm von Claudius Gentinetta und Frank Braun, für den sie zahlreiche Preise an Festivals auf der ganzen Welt und eine Nomination für den Schweizer Filmpreis 2009 erhielten. In Schlaf, der ironischen Erzählung eines unausweichlichen Untergehens, beschränken sie sich ganz auf weisse Linien und Schraffierungen auf schwarzem Grund. Eine angenehme und faszinierende Reduktion aufs Notwendigste, die die Fantasie in keiner Weise einschränkt. Die Zeichnungsgrundlage ist schwarz wie die Nacht. Das Licht wird mit der gezeichneten Linie wieder an die Oberfläche gebracht und so für das Publikum sichtbar. Dadurch erzeugen sie in Kombination mit den Schnarchgeräuschen auf der Tonspur eine beklemmende und dennoch heitere Stimmung.

Originalaufnahmen aus drei Nächten eines wild träumenden Menschen bildeten das Rohmaterial für den Ton. Sounddesigner Peter Bräker widmete sich dem Kratzen, Schleifen und Pfeifen des Schnarchens, um daraus einen rhythmischen und dramaturgischen Tonteppich für Schlaf herzustellen. Das ratternde Ein- und zischende Ausatmen wird auf der Bildebene durch Assoziationen ergänzt, wie sie in einer dazu entsprechenden Traumwelt vorkommen könnten. Gentinetta und Braun interpretieren das Schnarchen als Gegensatz zwischen starr und fliessend. Das Tempo und die Bilder werden ganz durch das Wechselspiel von hart und sanft bestimmt. Ein leichtes Schwanken führt bis zum Untergang. Die kurze Sinfonie des Schlafs ist durch die ruhige Inszenierung auf eine Art meditativ, irgendwie aber auch verstörend. Oder wie es die Filmemacher formulieren: «Ein Wiegenlied für einen Untergang in aller Stille.»

PRODUKTION: Gentinettafilm, Schweizer Fernsehen (Zürich). BUCH, REALISATION: Claudius Gentinetta, Frank Braun. KAMERA: Claudius Gentinetta. ANIMATION: Claudius Gentinetta, Delia Hess. SCHNITT: Marcel Ramsay. TON: Peter Bräker. VERLEIH, WELTRECHTE: Gentinettafilm (Zürich).
35mm, s/w, 4 Minuten, ohne Dialoge.

01.9.2010, 07:46 | Permalink

Prud'hommes [Stéphane Goël]

Von Florian Leu [ Sélection CINEMA ]
Prudhommes

Das Arbeitsgericht in Lausanne: Eine Welt der Klarsichtmäppchen, der Dossiers, des Sitzleders, der Verhandlungen ohne Ende. Wenn sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber nicht mehr verstehen, betreten sie einen Saal ohne Fenster und legen ihren Fall vor dem Arbeitsgericht dar. Lange ein Ort der Diskretion und ohne Medienpräsenz, hat sich nun Stéphane Goël Zugang zu den Verhandlungen verschafft und daraus einen Dokumentarfilm gemacht, der Anthropologen reizen wird. In Prud’hommes lassen sich Gesichter betrachten, in denen sich Extreme ereignen: Langeweile, mit der nur noch Studenten im Leistungskurs Statistik mithalten können. Frust, der an Versteinerung grenzt. Wut, so unterschwellig, dass man die Leute im Verhandlungssaal abholen und ihnen auf dem Set eines Thrillers eine Rolle als Bösewicht anbieten könnte.
Der Film hat eine Kraft, die an La forteresse (Fernand Melgar, CH 2008) erinnert. Verhandelte der Film über Asylsuchende die Trauer und die Hoffnung der Leute auf einer Fläche von ein paar hundert Quadratmetern, verengt sich das Recherchegelände in Prud’hommes noch mehr. Bis auf wenige Ausnahmen spielt der Film im Innern des Gerichts und entwickelt dabei einen Sog, den Freunde der Klaustrophobie im Film lieben werden. Ein Dokumentarfilm, der ebenfalls nach diesem Prinzip funktionierte, war La Consultation (Héléne de Crécy, F 2006), der nahezu vollständig in der Praxis eines Allgemeinarztes entstanden ist. Ebenso der erste Film eines anderen Filmers aus Lausanne: Jean-Stéphane Brons La bonne conduite (CH 2009), dessen Bilder der Regisseur im Innern von vier Fahrlehrerautos aufnahm.
Diese Fokussierung ist die grosse Stärke auch von Prud’hommes. Wie in einem Längsschnitt wird darin das Bild einer Gesellschaft sichtbar. Was besonders auffällt: Der Richter, ein junger Mann, ist während seiner Ausbildung wohl kaum davon ausgegangen, dass sein Job am Arbeitsgericht zwar viel mit Juristerei, aber noch mehr mit Erziehung zu tun haben wird. Die Leute reden ständig drein, fallen andern ins Wort, wollen nicht mehr aufhören zu reden, und sie sprechen auch, ohne dass ihnen jemand das Rederecht erteilt hätte. Der häufigste Satz des Richters ist deshalb: «Jetzt lassen Sie mich bitte ausreden!»
Was dem Film gut tut ist, dass er zwar extrem fokussiert, die Strenge des Gerichtssaals aber doch mit einigen gut plazierten und schön fotografierten Aussenansichten kontrastiert. Hier die Geometrie und die Verfahrenheit drinnen, da die Abendstimmung und das über eine Wiese tollende Kind draussen vor dem Gericht.
Wenn man Prud’hommes optimistisch betrachtet, müsste man ihn als das Resultat einer fast übermenschlichen Geduld bezeichnen. Wenn man ihn pessimistisch sieht, müsste man sagen, dass auch nur Leute mit der fast übermenschlichen Geduld eines Richters als Zuschauer infrage kommen.

PRODUKTION: Climage (Lausanne), TSR 2010. BUCH: Stéphane Goël, Claude Muret. REGIE: Stéphane Goël. KAMERA: Bastien Genoux, Stéphane Goël, David Monti. TON: Marc von Stürler, Jürg Lempen. SCHNITT: Loredana Cristelli. MUSIK: Jérôme Burri, Dimitri de Graaff. VERLEIH: Look Now! (Zürich). WELTRECHTE: Climage (Lausanne).
35 mm, Farbe, 85 Minuten, Französisch.

28.8.2010, 20:46 | Permalink

Songs of Love and Hate [Katalin Gödrös]

Von Simon Dick [ Sélection CINEMA ]
Songs of Love and Hate

Wenn Kinder zu Erwachsenen werden, ist dieser psychische und physische Reifeprozess nicht nur für Teenager eine Zeit voller Irrungen und Wirrungen. Die ganze Familie, insbesondere die Eltern müssen viel Geduld und Verständnis aufbringen, um die Sprösslinge ins Leben der Erwachsenen zu begleiten. Doch wenn Eltern mit dem Gefühlschaos selber nicht klarkommen, sind Konflikte vorprogrammiert.

Vor malerischer Kulisse am Fuss der Alpen lebt eine Winzer-Familie und führt ein Bilderbuchleben. Doch Tochter Lilli bringt durch ihre erwachende Sexualität Unruhe in das harmonische Familienleben. Das Kind wird zur Frau. Und Vater Rico kann die neue Situation nicht ertragen. Er fühlt sich durch ihre neu entdeckte Sexualität mit ihrem Jugendfreund bedroht. Enttäuscht wendet er sich der jüngeren Tochter Roberta zu und bemerkt gleichzeitig nicht, dass seine Ehe mit Anna auf wackligen Füssen steht. Lilli will das alte Verhältnis mit ihrem Vater wiederherstellen und wählt dabei ungewöhnliche Wege, um sein Vertrauen und seine Liebe zurückzugewinnen. Als ein angeblicher Unfall die gesamte Familie erschüttert, scheint Lilli ihr Ziel erreicht zu haben. Doch schon lauert der nächste Konflikt.

Es sind die wortlosen Szenen, in denen Blicke und Gesten tausend Bände sprechen, welche dieses Bergdrama einzigartig machen. Wenn Lilli den Blick ihres Vaters sucht und ihn regelrecht zur Kommunikation herausfordert, scheint die Zeit stehen zu bleiben. Die Atmosphäre wird so aufgeladen, dass man als Zuschauer die Protagonisten anschreien möchte, sich endlich zu unterhalten, um so ihre Konflikte zu lösen. Was Sarah Horváth als Lilli und Jeroen Willems als ihr Vater schauspielerisch zeigen, ist bemerkenswert und intensiv.

Songs of Love and Hate ist nicht nur ein Teenie-Drama, sondern auch eine Geschichte über die Machtverhältnisse in Familien. Dabei spielt der Film gekonnt mit Strukturen und Vorurteilen. Mal scheint der Vater auf dem Thron der Familie zu sitzen, doch im nächsten Augenblick stösst ihn seine eigene Tochter hinunter. Lilli beherrscht die Familie, ist Dreh- und Angelpunkt einer kleinen Gesellschaft, welche die Fähigkeit der Kommunikation verloren hat. Erst gegen Ende darf der Zuschauer hoffen, dass eine Versöhnung möglich ist.

Es geht nicht um die Suche nach den Gründen von Lillis Taten, vielmehr steht die Hilflosigkeit der Protagonisten im Zentrum. Trotz schrecklicher Taten haftet an Lilli nichts Böses. Doch gerade weil sich der Film nicht nur um die Perspektive der jungen Frau bemüht, sondern auch die anderen Familienmitglieder mit ihren Problemen mit einbezieht und alle zu Komplizen macht, bleiben Vorurteile und Stigmatisierungen aus. Inszeniert wurde das Drama von Katalin Gödrös in einer realistischen Bildsprache, die nur in wenigen Momenten ins Surreale abdriftet. Gödrös hat davor diverse Kurzfilme, den langen Spielfilm Mutanten (D 2002) sowie den Fernsehfilm Lous Waschsalon (CH 2005) realisiert.

P: Cobra Film (Zürich) 2010. B: Katalin Gödrös. R: Katalin Gödrös. K: Henner Besuch. T: Ingrid Städeli. S: Silke Botsch. M: Pawel Kominek. D: Sarah Horváth, Jeroen Willems, Ursina Lardi, Luisa Sappelt, Joel Basman, Mira Elisa Goeres, Peter Jecklin, Lilian Fritz, Stéphane Maeder, Aaron Hitz, Andreas Matti, Davide Gagliardi, David Grossenabacher, José Cavalli. V: Filmcoopi (Zürich). W: Noch offen.
35 mm, Farbe, 89 Minuten, Deutsch.

27.8.2010, 20:32 | Permalink

Schonzeit [Irene Ledermann]

Von Bettina Spoerri [ Sélection CINEMA ]
Schonzeit

In atmosphärisch starken Bildern und fast ohne Worte erzählt Irene Ledermann in Schonzeit, ihrem Master-of-Arts-Abschlussfilm an der Zürcher Hochschule der Künste, von zwei Jungen, die, vom Vater allein gelassen, sich selbst durch die Tage bringen müssen. Der jüngere, Jan, wird von seinen Mitschülern gehänselt und gejagt, einmal sogar geknebelt in einen Schrank gesperrt; er zieht sich immer mehr in seine Traumwelt zurück, in die Natur und zu den Tieren im Wald neben dem Haus. Der ältere, Oli, reagiert mit kaltem Trotz – bis er spürt, dass er Jan helfen muss, sich in der schwierigen, neuen Lebenslage zurechtzufinden.
Schonzeit erzählt auf behutsame Weise von einer emotionalen Ausnahmesituation, mit einer expressiven visuellen Sprache, mit viel Handkamera und wenig Licht, intensiven Nahaufnahmen und einer subjektiven Tonebene, und erreicht mit diesen Mitteln, dass sich der Zuschauer, die Zuschauerin ohne Vorgeschichte und Erklärungen mitten in einer Befindlichkeit wiederfindet, die zwischen Realität und Traum changiert. Jan wartet auf den Vater, möchte mit ihm fischen gehen, doch kaum ist der Vater einmal ins Haus zurückgekehrt, verlässt er es auch schon wieder, ohne auf seinen Sohn einzugehen. Trotzdem sammelt Jan draussen, mitten in der Nacht, schon einmal Würmer für die Angel. Der pubertierende Oli seinerseits nutzt die Abwesenheit des Vaters, um eine Freundin nach Hause einzuladen; doch der kleine Bruder stört die beiden. Dennoch wird Oli später in einem Laden einen Schwimmer stehlen, um Jan glauben zu machen, der Vater habe ihn für ihn gekauft. Als Jan merkt, dass Oli ihn angelogen hat, beginnen die beiden Brüder verzweifelt zu kämpfen. Diese Auseinandersetzung markiert einen Neubeginn in ihrer Beziehung, und vielleicht werden sie danach wieder vermehrt Zeit miteinander verbringen.
Schonzeit erzählt weniger eine Geschichte – dafür bleibt auch vieles absichtlich im zu Vagen – als einen bestimmten Zustand: den Zeitraum, der zur Erholung gewährt wird, bevor wieder die Jagd, bzw. das normale, harte Leben, beginnt. Irene Ledermann hat gemeinsam mit ihrem Kameramann Lorenz Merz Bilder gefunden, welche die Innenwelt insbesondere des verwirrten, einsamen Kindes Jan widerspiegeln und sich in einer poetischen, stimmungsvollen Inszenierung verdichten. Für ihren bemerkenswerten Abschlussfilm wurde Ledermann denn auch für den Schweizer Filmpreis 2010 (Kategorie Kurzfilme) nominiert, und sie gewann den Max-Ophüls-Preis 2010 für den besten Kurzfilm, während Lorenz Merz an den 13. Winterthurer Kurzfilmtagen für seine Arbeit den Kamerapreis erhielt.

PRODUKTION: ZHdK (Zürich), Teleclub 2009. BUCH, REGIE: Irene Ledermann. KAMERA: Lorenz Merz. TON: Simon Liniger, Ivo Schläpfer. SCHNITT: Lisa Blatter, Irene Ledermann. MUSIK: Marcel Vaid. DARSTELLER: Youri Ledermann, Manuel Neuburger, Jörg Reichlin.
HDCam/Digibeta, Farbe, 20 Minuten, Schweizerdeutsch.

27.8.2010, 20:00 | Permalink
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