CINEMA 53: Schön

Von  Redaktion [ Frühere Ausgaben ]
cinema53_schön

Erstmals widmet sich CINEMA einem Adjektiv. Was wir als SCHÖN bezeichnen, ist nicht
nur einer radikal subjektiven Perspektive unterworfen, sondern auch modischen Zeitströmungen und kulturellen Prägungen. Ein äusserst unpräzises Attribut also, mit dem uns Magazine mit ihren digital aufgerüsteten Bildern von schönen Menschen wie Missen, Models und Hollywoodstars verlocken wollen. In CINEMA 53: Schön soll aber für einmal nicht die Welt der Reichen und Schönen im Zentrum stehen, sondern die formale und inhaltliche Schönheit des Films. Uns interessieren die Ästhetik der filmischen Oberfläche und das kitschige Happyend massgeschneiderter Romanzen. Neben den schönen Schwänen bekommen aber auch die hässlichen Entlein und ekligen Biester ihren Auftritt.

Die Schönheit der gefilmten Schweizer Landschaft wird ebenso hinterfragt wie diejenige
US-amerikanischer Cheerleader oder italienischer Schönheitsköniginnen. Weitere Texte
und Bildbeiträge widmen sich der Ästhetik des Körperinnern, des versehrten Körpers und
der durch Prothesen geschaffenen Schönheit. Die Zeitlupe als Stilmittel ist ebenso ein
Thema wie die Suche nach der geeigneten Kameraführung, die blitzenden Skalpelle der
Schönheitschirurgie oder der Begriff des absoluten Schönen im Experimentalfilm.

Der Filmbrief berichtet von Tendenzen des neuen argentinischen Kinos, während die Sélection traditionsgemäss einen Überblick über das Schweizer Filmschaffen des vergangenen Jahres bietet. Das CH-Fenster beleuchtet diesmal die Schweizer Kurzfilmszene.

Herausgegeben von: Natalie Böhler, Philipp Brunner, Anita Gertiser, Veronika Grob,
Nathalie Jancso, René Müller, Nicola Ruffo, Tereza Smid, Sandra Walser

ISBN 978-3-89472-604-1
Im Buchhandel, beim Verlag oder direkt bei der Redaktion zu beziehen

20.1.2008, 18:53 | Permalink

Podiumsdiskussion: Schön und kantenlos - Tendenzen im Schweizer-Film

Von  Redaktion [ Veranstaltungen ]
Anlässlich der Solothurner Filmtage erscheint die 53. Ausgabe des Schweizer Filmjahrbuchs CINEMA. Sie trägt den Titel „Schön“. Zu diesem Thema veranstaltet CINEMA am Freitag, 25. Januar 2008 eine Podiumsdiskussion mit prominenten Gästen.

Handwerklich befindet sich der aktuelle Schweizer Spielfilm auf hohem Niveau, kommt
formal solide oder gar ausgeklügelt daher und darf in visueller Hinsicht durchaus als schön
bezeichnet werden. Inhaltlich jedoch macht sich ein Hang zur Harmlosigkeit bemerkbar:
Meist wird, so scheint es, auf erzählerische Innovation ebenso verzichtet wie auf politisch
brisante Themen. Das Ergebnis sind Filme, die zwar schön, aber auch kantenlos sind.
Das Filmjahrbuch CINEMA beschäftigt sich in seiner neuesten Ausgabe mit dem Thema
«Schön» und widmet sich u.a. der besagten Kantenlosigkeit. Gemeinsam mit Schweizer
Filmschaffenden wird nach den Gründen für den fehlenden Mut zum Wagnis im Schweizer
Film gesucht, ein Phänomen, das nicht nur in den Bereichen Kino und Fernsehen spürbar
ist, sondern auch in Diplom- und anderen Kurzfilmen.

PodiumsteilnehmerInnen:
Prof. Margit Eschenbach (Leiterin Studiengang Film BA/MA, ZHdK)
Denis Rabaglia (Regisseur)
Susann Wach Rózsa (Redaktorin/Producer Fernsehfilm SF)
Filip Zumbrunn (Kameramann)

Moderation:
Laura Daniel (Filmwissenschaftlerin, Zürich)

20.1.2008, 18:51 | Permalink