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<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de"><title>CINEMA</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.cinemabuch.ch/"/><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.cinemabuch.ch/atom/"/><updated>2011-10-18T16:17:39Z</updated><id>http://www.cinemabuch.ch/</id><subtitle>CINEMA News, S&#xE9;lection CINEMA, CINEMA Ausgaben etc.</subtitle><generator>http://www.kaywa.com/?v=1.0</generator><rights>Copyright by KAYWA AG - Services for the mobile Internet</rights><entry><title>Day Is Done [Thomas Imbach]</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/day-is-done-thomas-imbach.html"/><id>http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/day-is-done-thomas-imbach.html</id><published>2011-10-18T16:17:39Z</published><updated>2011-10-18T16:17:39Z</updated><summary>

Aufnahmen aus dem Atelierfenster und die aufgezeichneten Nachrichten des Telefonbeantworters: &#xDC;ber zwanzig Jahre hinweg...</summary><author><name>Natalie B&#xF6;hler</name></author><contributor><name>Natalie B&#xF6;hler</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><img xmlns="" src="http://www.cinemabuch.ch/files/images/2011/10/mob417_1318955339.jpg" alt="Day Is Done" title="Day Is Done"/><br xmlns=""/>
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Aufnahmen aus dem Atelierfenster und die aufgezeichneten Nachrichten des Telefonbeantworters: &#xDC;ber zwanzig Jahre hinweg sammelte der Z&#xFC;rcher Filmemacher Thomas Imbach beides. Aus diesem audiovisuellen Archiv ist entstanden, eine Art Tagebuchfilm. Chronologisch reihen sich Gesehenes und Geh&#xF6;rtes aneinander. Der Vater erz&#xE4;hlt aus den Ferien und gratuliert zum neuen Film, die Grossmutter ger&#xE4;t in Verlegenheit wegen des Piepstons, die junge Frau l&#xE4;dt zum Bad im See ein... Aus den Fragmenten entsteht eine Geschichte: die einer Zeitspanne im Leben einer Hauptfigur, die nur f&#xFC;r Sekunden schemenhaft vor der Kamera auftaucht und die man sonst nie sieht oder h&#xF6;rt. Es ist eine autobiographische Erz&#xE4;hlung, deren Protagonist durch seinen Blick und sein Geh&#xF6;r anwesend ist, ansonsten aber passiv erscheint; er blickt aus dem Fenster, w&#xE4;hrend Leute versuchen, ihn zu erreichen, ist gleichzeitig an- und abwesend. Zwischendurch verleihen ihm eingespielte St&#xFC;cke aus Songs eine Stimme, sie dr&#xFC;cken seine Befindlichkeit aus, bevor sie mit harten Schnitten abrupt wieder abbrechen: Stimmungen sind relativierbar, da zeit- und lebensabschnittsgebunden.<br xmlns=""/>
Wieviel Zeit zwischen den Aufnahmen liegt, erahnen wir nur. Es wechseln sich Schneegest&#xF6;ber, Sommergewitter, Herbstsonne ab, die Zeit vergeht, und grosse Dinge geschehen: Liebe, Tod, Geburt, Trennung. Immer st&#xE4;rker wird die Verg&#xE4;nglichkeit greifbar. Der Titel des Films ist einem Song von Nick Drake entnommen, der von der Melancholie des Vergehens handelt: &#xAB;When the day is done, down to earth then sinks the sun, along with everything lost and won. &#xBB; Nichts w&#xE4;hrt ewig, alles geht vor&#xFC;ber.<br xmlns=""/>
Was gleich bleibt: der Blick aus dem Fenster. Der Blickpunkt bietet eine Vielzahl von Details, die sich ihrerseits aber laufend ver&#xE4;ndern: Die Leuchtsignale auf der Hardbr&#xFC;cke erstrahlen, die Z&#xFC;ge werden moderner, ein Hochhaus entsteht etagenweise. <i xmlns="">Day Is Done</i> ist auch ein Landschaftsfilm, der die Entwicklung einer urbanen Topografie beobachtet, und eine Hommage an Z&#xFC;richs Hardbr&#xFC;cke. Das Portrait des Mannes wandelt sich mit dem Portrait seiner Stadt, beide ver&#xE4;ndern sich im Lauf der Zeit. Ausserdem ist der Film eine Reverenz an den Telefonbeantworter. Im Zeitalter von SMS und Livechat, in dem die menschliche Stimme auf der Combox meist bloss noch kurze, knappe, funktionale Nachrichten hinterl&#xE4;sst, wirken die langen, pers&#xF6;nlichen Botschaften auf dem Beantworter wie ein Anachronismus, dessen Intimit&#xE4;t ber&#xFC;hrt.<br xmlns=""/>
<i xmlns="">Day Is Done</i> wurde an den Berliner Filmfestspielen 2011 uraufgef&#xFC;hrt.<br xmlns=""/>
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PRODUKTION: Okofilm Productions GmbH (Schweiz), 2011. BUCH: Thomas Imbach, Patrizia Stotz.REALISATION/KAMERA: Thomas Imbach. TON: F&#xE9;lix Blume, Christian Manzutto. SCHNITT: Gion-Reto Killias, Thomas Imbach. MUSIK: Peter Br&#xE4;ker. DARSTELLER: Thomas Imbach. VERLEIH: Monopole Path&#xE9; (Z&#xFC;rich).<br xmlns=""/>
DCP, Farbe, 111 Minuten, Schweizerdeutsch.<img width="80" height="60" border="0" src="http://www.cinemabuch.ch/files/images/2011/10/80/mob410_1318952659.jpg"/></div></content></entry><entry><title>Giochi d'estate [Rolando Colla]</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/giochi-destate-rolando-colla.html"/><id>http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/giochi-destate-rolando-colla.html</id><published>2011-10-18T15:59:04Z</published><updated>2011-10-18T15:59:04Z</updated><summary>

Sommer an einem Strand in der Toskana, Zelte im Pinienhain, die Grillen zirpen, die Luft flirrt vor Hitze. Die...</summary><author><name>Nathalie Jancso</name></author><contributor><name>Nathalie Jancso</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><img xmlns="" src="http://www.cinemabuch.ch/files/images/2011/10/mob412_1318953685.jpg" alt="Giochi destate" title="Giochi destate"/><br xmlns=""/>
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Sommer an einem Strand in der Toskana, Zelte im Pinienhain, die Grillen zirpen, die Luft flirrt vor Hitze. Die Ferienstimmung, die Regisseur Rolando Colla und Kameramann Lorenz Merz mit den ersten Bildern von <i xmlns="">Giochi d&#x2019;estate</i> evozieren, ist jedoch tr&#xFC;gerisch. Denn unter der tr&#xE4;ge- entspannten Oberfl&#xE4;che der sommerlichen Idylle lauern Dissonanzen.<br xmlns=""/>
Der Teenager Nic, sein kleiner Bruder und sein Vater haben sich auf dem Campingplatz eingerichtet. Die Mutter kommt sp&#xE4;ter dazu &#x2013; die Stimmung zwischen den Eltern wirkt angespannt. Bald wird klar wieso: Der Vater tickt regelm&#xE4;ssig ohne Grund aus und schl&#xE4;gt zu. Nic, noch zu jung und schwach um sich f&#xFC;r seine Mutter zu wehren, aber alt genug, um Hass zu empfinden, hat sich einen regelrechten Gef&#xFC;hlspanzer zugelegt. Mit stets coolem, ablehnendem Blick geht er durch die Welt und behauptet nichts zu empfinden, keinen Schmerz, keine Freude. F&#xFC;r seinen Vater hat er nur Verachtung &#xFC;brig, doch auch seine Mutter, die immer wieder zum Schl&#xE4;ger zur&#xFC;ckkehrt, ist kaum ein Vorbild. Am Strand begegnet Nic der h&#xFC;bschen Marie, die mit Schwester und Mutter ebenfalls in Italien im Urlaub ist. Auch sie f&#xFC;hlt sich allein gelassen von den Erwachsenen: Ihr sehnlichster Wunsch ist es, ihren unbekannten Vater kennenzulernen, doch ihre Mutter verweigert ihr jede Auskunft &#xFC;ber dessen Verbleib.<br xmlns=""/>
Mit ihren kleineren Geschwistern und Lee, dem Sohn des Kioskbesitzer, spielen Nic und Marie &#x2013; ausser Reichweite der Eltern &#x2013; in einer verfallenen H&#xFC;tte. Nic, der &#xC4;lteste, hat hier das Sagen. Seine unterdr&#xFC;ckten Aggressionen drohen die naiv-unbek&#xFC;mmerten Machtspiele immer wieder in blutigen Ernst kippen zu lassen. Gleichzeitig beginnt er Gef&#xFC;hle f&#xFC;r Marie zu entwickeln, mit denen beide nicht recht umgehen k&#xF6;nnen.<br xmlns=""/>
Rolando Colla, Schaffhauser Regisseur mit italienischen Wurzeln, erz&#xE4;hlt in <i xmlns="">Giochi d&#x2019;estate</i> eine universelle Geschichte &#xFC;ber das Erwachsenwerden. Er zeigt, wie Jugendliche ihr Leben selbst in die Hand nehmen und schlechte Erfahrungen hinter sich lassen k&#xF6;nnen &#x2013; Nic und Marie erleben ihre erste Liebe. Dem stellt er die Unf&#xE4;higkeit der Erwachsenen gegen&#xFC;ber, sich aus eingetretenen Pfaden zu befreien.<br xmlns=""/>
Der Film will mehr als eine Geschichte erz&#xE4;hlen, er will eine Atmosph&#xE4;re und die Stimmungslage der Protagonisten f&#xFC;hlbar machen. Das gelingt &#xFC;ber weite Stecken gut, doch manchmal drohen die durchwegs sch&#xF6;nen Bilder &#x2013; wie zuf&#xE4;llig aufgenommen und doch sorgf&#xE4;ltig komponiert &#x2013; zu sehr ins Symbolhafte und Geschm&#xE4;cklerische zu kippen, die bloss angedeuteten Stimmungen wirken dann pl&#xF6;tzlich dick aufgetragen. Dabei gen&#xFC;gt es den durchwegs talentierten (Jung)Schauspielern zuzusehen, um zu sp&#xFC;ren, was die Figuren bewegt.<br xmlns=""/>
<i xmlns="">Giochi d&#x2019;estate</i>, der seine Weltpremiere im Wettbewerb des Filmfestivals von Venedig 2011 feierte, wurde als offizieller Teilnehmer der Schweiz f&#xFC;r das Rennen um den &#xAB;ausl&#xE4;ndischen Oscar&#xBB; 2012 ausgew&#xE4;hlt.<br xmlns=""/>
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PRODUKTION: Peacock Film (Z&#xFC;rich), Classic srl (Rom), RSI, ARTE 2011. BUCH: Rolando Colla, Roberto Scarpetti, Olivier Lorelle, Pilar Anguita-MacKay. REALISATION : Rolando Colla. KAMERA : Lorenz Mer. SCHNITT : Rolando Colla, Didier Ranz. TON: Michael Duss. MUSIK: Bernd Schurer, Nikolaj Grandjean. DARSTELLER : Armando Condolucci, Fiorella Campanella, Alessia Barela, Antonio Merone, Francesco Huang. VERLEIH: Look Now! (Z&#xFC;rich). WELTVERTRIEB: Rezo Films (Paris).<br xmlns=""/>
35 mm, Farbe, 101 Minuten, Italienisch.</div></content></entry><entry><title>Messies - ein sch&#xF6;nes Chaos [Ulrich Grossenbacher]</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/messies-ein-schoenes-chaos-ulrich-grossenbacher.html"/><id>http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/messies-ein-schoenes-chaos-ulrich-grossenbacher.html</id><published>2011-10-08T16:09:51Z</published><updated>2011-10-08T16:09:51Z</updated><summary>

Der Mann ist Bauer, siebzig Jahre alt, und jahrzehntelang hat er sein Land mit Maschinen, Rohren, Plachen, Wellblech,...</summary><author><name>Florian Leu</name></author><contributor><name>Florian Leu</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><img xmlns="" src="http://www.cinemabuch.ch/files/images/2011/10/mob414_1318954271.jpg" alt="Messies" title="Messies"/><br xmlns=""/>
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Der Mann ist Bauer, siebzig Jahre alt, und jahrzehntelang hat er sein Land mit Maschinen, Rohren, Plachen, Wellblech, F&#xE4;ssern, Schindeln, Gittern, Brettern vollgestellt und ist vors Bundesgericht gegangen, weil er nichts r&#xE4;umen wollte und mit den Beamten immer nur stritt.<br xmlns=""/>
Die Frau hat zw&#xF6;lf Semester studiert, aber seit sie wegen Menschenscheu keine Seminarr&#xE4;ume mehr betritt, konzentriert sie sich darauf, ihre Wohnung zu einem Schmelztiegel des Wissens zu machen. Sie hat Kassetten mit Radiosendungen, Videob&#xE4;nder mit Dokfilmen, Ausschnitte aus Zeitungen gestapelt, &#xFC;berall. Geht sie durch die Wohnung, kann sie sich die Aerobic sparen: Sie muss &#xFC;ber all ihre Sachen steigen und braucht eine Viertelstunde von der K&#xFC;che ins Bad.<br xmlns=""/>
Solche Geschichten erz&#xE4;hlt Ulrich Grossenbacher in seinem Dokfilm <i xmlns="">Messies &#x2013; ein sch&#xF6;nes Chaos</i>, der 2011 in Locarno lief. Obwohl es kaum Themen gibt, die RTL nicht schon gr&#xFC;ndlicher abgegrast h&#xE4;tte, ist der Film ein Meisterwerk en miniature geworden, der Z&#xE4;rtlichkeit f&#xFC;r seine Figuren erzeugt.<br xmlns=""/>
Grossartig der Augenblick, als die Frau Luft holt nach dem Hindernisparcours durch ihr Zuhause, und dann sagt: &#xAB;Ich h&#xE4;tte gerne ein Leben f&#xFC;rs Lesen und eins f&#xFC;rs Radioh&#xF6;ren und eins f&#xFC;rs Fernsehen und eins f&#xFC;rs Reisen. Und wenn ich dann auch noch ein Leben f&#xFC;rs ordentliche Wohnen h&#xE4;tte, w&#xE4;re das auch nicht schlecht.&#xBB; Der Hunger dieser Frau und ihre Neugierde, sie reichten aus f&#xFC;r ein Dutzend.<br xmlns=""/>
Grossartig die Stelle, in welcher der Bauer &#xFC;ber &#xAB;die alten Dinge&#xBB; spricht und klingt, als w&#xE4;re er aus einem Beckett-St&#xFC;ck spaziert: &#xAB;Wir sch&#xE4;tzen die alten Dinge nicht mehr. Wir zerst&#xF6;ren sie und stellen neue Dinge her. Aber die alten Dinge kann man noch brauchen. Und die alten Dinge sind eine Verbindung zur Vergangenheit, die wir nicht kappen sollten.&#xBB; Die Schlichtheit dieses Mannes und seine Recyclingphilosophie, sie machen diese Saftwurzel von einem Typen fast schon zu einem Vertreter der Avantgarde.<br xmlns=""/>
Grossenbacher filmt diese Geschichten in ruhigen, aufger&#xE4;umten Bildern. Sie entfalten eine Sch&#xF6;nheit wie die Bilder des K&#xFC;nstlers Vik Muniz, der jahrelang auf der gr&#xF6;ssten M&#xFC;lldeponie der Welt lebte, dem Jardim Gramacho in S&#xE3;o Paolo, und Portraits der Menschen dort machte, zusammengef&#xFC;gt aus Recycling-Material.<br xmlns=""/>
Dass die Welt, oder wenigstens die Schweiz, auch mit etwas mehr Chaos ganz in Ordnung w&#xE4;re, zeigt der Schluss: Ein Gemeindeangestellter verdr&#xFC;ckt nach einer R&#xE4;umungsaktion ein Br&#xF6;tchen. Als er fertig ist, r&#xE4;umt er auf. Erst rollt er die Senftube zusammen, als ginge es um eine Pr&#xFC;fung in Pr&#xE4;zision. Dann r&#xE4;umt er alles in eine Tupperware-Box, Kante an Kante, ein geometrischer Exzess. Es sieht so schrecklich ordentlich aus, dass man in den Film reinspringen und alles durcheinanderwerfen will.<br xmlns=""/>
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PRODUKTION: Fair &amp; Ugly Filmproduktion GmbH (Bern), SRF 2011. BUCH: Ulrich Grossenbacher, Thomas Moll, Damaris L&#xFC;thi. REALISATION/KAMERA: Ulrich Grossenbacher. SCHNITT: Maya Schmid. TON: Niklaus Wenger. MUSIK: Resli Burri. TONSCHNITT: Peter von Siebenthal. VERLEIH: Fair &amp; Ugly Filmproduktion GmbH (Bern). WELTVERTRIEB: Fair &amp; Ugly Filmproduktion GmbH (Bern).<br xmlns=""/>
DCP, Farbe, 117 Minuten, Schweizerdeutsch.</div></content></entry><entry><title>Mit dem Bauch durch die Wand [Anka Schmid]</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/mit-dem-bauch-durch-die-wand-anka-schmid.html"/><id>http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/mit-dem-bauch-durch-die-wand-anka-schmid.html</id><published>2011-09-18T16:13:36Z</published><updated>2011-09-18T16:13:36Z</updated><summary>

Bei Sandra und Marcel funkt es beim Chatten, Mwathi erobert Jennifers Herz mit hundert Liebesbriefen und Jasmine verknallt...</summary><author><name>Nathan Schocher</name></author><contributor><name>Nathan Schocher</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><img xmlns="" src="http://www.cinemabuch.ch/files/images/2011/10/mob415_1318954513.jpg" alt="Mit dem Bauch durch die Wand" title="Mit dem Bauch durch die Wand"/><br xmlns=""/>
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Bei Sandra und Marcel funkt es beim Chatten, Mwathi erobert Jennifers Herz mit hundert Liebesbriefen und Jasmine verknallt sich in ihren Klassenkameraden Roman. Drei typische Teenager-Liebschaften, mit dem Unterschied, dass sie bei Sandra, Jennifer und Jasmine zu einer Schwangerschaft f&#xFC;hren, noch bevor diese vollj&#xE4;hrig geworden sind.<br xmlns=""/>
Regisseurin Anka Schmid hat f&#xFC;r ihre Langzeitdokumentation <i xmlns="">Mit dem Bauch durch die Wand</i> ihre drei Protagonistinnen klug ausgew&#xE4;hlt. Deren Geschichten bieten Einblick in drei ganz verschiedene Ausbildungs- und Familienverh&#xE4;ltnisse, in denen die Teenager M&#xFC;tter geworden sind. Dazu berichten alle drei mit grosser Offenheit &#xFC;ber die Erfahrungen, die sie als junge M&#xFC;tter machen. Ebenso viel kriegt das Publikum &#xFC;ber die Bilder mit, denn die Kamera l&#xE4;sst uns einen grossen Teil des Films einfach dabei sein, wenn die drei Frauen den Stress, Mutter zu sein, und den Stress, Teenager zu sein, irgendwie bew&#xE4;ltigen m&#xFC;ssen. Diese Spannung zeigt sich in ganz allt&#xE4;glichen Situationen: Wenn etwa Jasmine ihren kleinen Armando f&#xFC;r die Fasnacht als Marienk&#xE4;fer verkleidet, freut sich der sichtlich weniger darauf als die jugendliche Mutter selbst, die entsprechend ver&#xE4;rgert reagiert.<br xmlns=""/>
Da Anka Schmid sich eng an ihre Protagonistinnen und an das, was diese &#xFC;ber sich erz&#xE4;hlen, h&#xE4;lt, werden die Motive der oft abwesenden V&#xE4;ter nur angedeutet. Roman muss von Jasmine nach vier Jahren des Hin und Hers schliesslich vor Gericht zur Anerkennung der Vaterschaft und Erf&#xFC;llung der damit verbundenen finanziellen Pflichten gezwungen werden. Mwathi versucht in gewissen Momenten des Films r&#xFC;hrend und etwas tollpatschig, die Vaterrolle zu &#xFC;bernehmen, in anderen Momenten setzt er sich als Hip-Hopper in Szene und l&#xE4;sst Jennifer mit der Verantwortung f&#xFC;r das gemeinsame Kind allein. Nur Marcel und Sandra gelingt es mit viel famili&#xE4;rer Unterst&#xFC;tzung, selbst eine kleine Familie zu bilden.<br xmlns=""/>
Dass die jungen M&#xFC;tter und ihr Verhalten f&#xFC;r sich selbst sprechen, sie also nicht &#xFC;ber Kommentare ihrer Eltern oder von Experten erkl&#xE4;rt werden, verleiht dem Film Authentizit&#xE4;t und einen gewissen Drive, was ihn &#xFC;ber thematisch &#xE4;hnlich gelagerte Fernsehproduktionen hinaushebt. Nat&#xFC;rlich bleiben so auch Fragen offen. Etwa wieso die jungen M&#xFC;tter zum Teil bestimmte famili&#xE4;re Ideale nachleben, die ihnen gleichzeitig das Leben schwermachen. Oder weshalb sich Teenager-Schwangerschaften manchmal &#xFC;ber Generationen hinweg wiederholen: Jasmine etwa muss schliesslich ihr Kind im selben Heim unterbringen, in dem sie selbst einmal gewohnt hatte.<br xmlns=""/>
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PRODUKTION: RECK Filmproduktion (Z&#xFC;rich), SRF 2011. BUCH/REALISATION: Anka Schmid. KAMERA: Patrick Lindenmaier, Anka Schmid. SCHNITT: Marina Wernli, Matthias B&#xFC;rcher. TON: Dieter Meyer, Anka Schmid. MUSIK: Peter Br&#xE4;ker, Darko Linder. VERLEIH: Columbus Film AG (Z&#xFC;rich). WELTVERTRIEB: RECK Filmproduktion (Z&#xFC;rich).<br xmlns=""/>
35 mm, Farbe, 93 Minuten, Schweizerdeutsch.</div></content></entry><entry><title>The Guantanamo Trap [Thomas Selim Wallner] </title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/the-guantanamo-trap-thomas-selim-wallner.html"/><id>http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/the-guantanamo-trap-thomas-selim-wallner.html</id><published>2011-09-18T15:46:39Z</published><updated>2011-09-18T15:46:39Z</updated><summary>

H&#xE4;ftlinge in orangefarbener Kleidung und Fussfesseln, schwer bewaffnete Sicherheitsbeamte, Stacheldrahtzaun - mit...</summary><author><name>Sonja Enz</name></author><contributor><name>Sonja Enz</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><img xmlns="" src="http://www.cinemabuch.ch/files/images/2011/10/mob411_1318952901.jpg" alt="The Guantanamo Trap" title="The Guantanamo Trap"/><br xmlns=""/>
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H&#xE4;ftlinge in orangefarbener Kleidung und Fussfesseln, schwer bewaffnete Sicherheitsbeamte, Stacheldrahtzaun - mit diesen erschreckend vertrauten Bildern beginnt Thomas Selim Wallners Film <i xmlns="">The Guantanamo Trap</i>. Solche Archivaufnahmen bilden den offensichtlichen Schrecken des Gefangenenlagers ab - der deutsch-kanadische Regisseur Wallner blickt mit seinem Film aber tiefer. Er zeigt das subtile, zerm&#xFC;rbende Grauen der &#xAB;Falle Guantanamo&#xBB; anhand von drei Lebensgeschichten.<br xmlns=""/>
Murat Kurnaz war f&#xFC;nf Jahre lang als mutmasslicher Terrorist auf Guantanamo inhaftiert - bis heute liegen keine Beweise f&#xFC;r seine Tat vor. Diane Beaver war Rechtsberaterin in Guantanamo Bay und erarbeitete im Auftrag ihrer Vorgesetzten Vorschl&#xE4;ge f&#xFC;r folter&#xE4;hnliche Verh&#xF6;rmethoden. Als pflichtbewusste Patriotin wollte sie alles in ihrer Macht stehende tun, um ihr Land vor den Gefahren des Terrors zu sch&#xFC;tzen. Als die Regierung unter &#xF6;ffentlichen Druck ger&#xE4;t, werden Einzelpersonen wie Beaver f&#xFC;r die brutalen Verh&#xF6;rmethoden verantwortlich gemacht. Sie muss f&#xFC;r die Regierung den Kopf hinhalten, verliert ihre Anstellung und wird &#xF6;ffentlich an den Pranger gestellt. Matt Diaz war Rechtsoffizier in Guantanamo. Er folgte seinem Gewissen, schmuggelte eine Namensliste aus dem Gef&#xE4;ngnis und liess diese einer Menschenrechtsanw&#xE4;ltin zukommen. Er wird verraten, verliert darauf seinen milit&#xE4;rischen und rechtlichen Rang, sodass er nicht mehr arbeiten darf und keine Rente erh&#xE4;lt.<br xmlns=""/>
Wallner erz&#xE4;hlt die Geschichten der drei Protagonisten in einzelnen Fragmenten: Klassische, portr&#xE4;tartige Aufnahmen wechseln mit Alltagsbildern und Archivaufnahmen. Da ist Murat Kurnaz, der vor schwarzem Hintergrund direkt beleuchtet in die Kamera spricht. Die Haft in Guantanamo hat Spuren hinterlassen: der junge Mann scheint verbraucht, sein Gesichtsausdruck wirkt stumpf und sein Blick flimmert rastlos hin und her. Man sieht Diane Beaver, die beim Grillieren mit Freunden ihre Leistungen im Dienst f&#xFC;r das Land feiert. Und Matt Diaz, der seiner Tochter die blaue Uniform mit Goldkn&#xF6;pfen zeigt, die er als &#xAB;Verr&#xE4;ter&#xBB; nicht mehr tragen darf. Immer wieder tauchen auch Bilder aus den Medien auf: Die einst&#xFC;rzenden Twin Towers am 11. September 2001, die Aufnahmen der Misshandlungen im US-Lager in Abu Ghraib und Artikel der Bild-Zeitung &#xFC;ber Murat Kurnaz, den &#xAB;Taliban aus Bremen&#xBB;. Wallner verzichtet auf erkl&#xE4;rende Kommentare und Hintergrundinformationen. Das mag vor allem zu Beginn des Films verwirren, nach und nach f&#xFC;gen sich die Einzelteile aber wie Mosaiksteine zu einem Ganzen zusammen. Verbindungen zwischen den drei Schicksalen werden sichtbar. Die Grenze zwischen T&#xE4;ter und Opfer verschwimmt. Diane Beaver wird von der Regierung fallengelassen und ger&#xE4;t so in die Rolle des Opfers. Sie, die pflichtbewusst ihre Aufgaben erf&#xFC;llt hat, ohne diese zu hinterfragen, steht genauso alleine da wie Matt Diaz, der seinem Gewissen gefolgt ist.<br xmlns=""/>
<i xmlns="">The Guantanamo Trap</i> gibt keine Antworten auf die Fragen nach Gut und B&#xF6;se, nach Schuld und Verantwortung. Aber er zeigt, dass die Falle Guantanamo ohne R&#xFC;cksicht auf Moral zuschnappt - und tiefe Spuren hinterl&#xE4;sst.<br xmlns=""/>
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PRODUKTION: zero one film (Berlin), Xenophile Media/Amythos Media (Toronto), T&amp;C Film (Z&#xFC;rich), SRF, NDR, France T&#xE9;l&#xE9;vision 2011. BUCH: Thomas Selim Wallner, Manfred Becker. REGIE: Thomas Selim Wallner. KAMERA: Filia Zumbrunn, St&#xE9;phane Kuthy. TON: Ludger Hennig, &#xD6;le von &#xD6;hsen. SCHNITT: Manfred Becker. MUSIK: Peter Scherer. VERLEIH: Columbus Films (Z&#xFC;rich). WELTRECHTE: First Hand Films (Z&#xFC;rich/Berlin). HD CAM, Farbe, 92 Minuten, Deutsch/Englisch/Spanisch.</div></content></entry><entry><title>Kampf der K&#xF6;niginnen [Nicolas Steiner]</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/kampf-der-koeniginnen-nicolas-steiner.html"/><id>http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/kampf-der-koeniginnen-nicolas-steiner.html</id><published>2011-09-18T12:50:12Z</published><updated>2011-09-18T12:50:12Z</updated><summary>


Der junge Schweizer Filmemacher Nicolas Steiner, der mit seinem verspielten Kurzfilm Ich bin&#x2019;s Helmut (CH 2009) an...</summary><author><name>Ren&#xE9; M&#xFC;ller</name></author><contributor><name>Ren&#xE9; M&#xFC;ller</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><img xmlns="" src="http://www.cinemabuch.ch/files/images/2011/9/mob409_1316350279.jpg" alt="Kampf der k&#xF6;niginnen" title="Kampf der k&#xF6;niginnen"/><br xmlns=""/>
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Der junge Schweizer Filmemacher Nicolas Steiner, der mit seinem verspielten Kurzfilm <i xmlns="">Ich bin&#x2019;s Helmut</i> (CH 2009) an internationalen Festivals zu Recht f&#xFC;r Aufsehen sorgte, hat f&#xFC;r seinen ersten Langfilm ein traditionelles Schweizer Sujet gew&#xE4;hlt: den Kuhkampf in den Walliser Alpen. Das Finale der K&#xE4;mpfe in Aproz zieht j&#xE4;hrlich im Mai zehntausend Besucher in seinen Bann. Steiner, der an der Filmakademie Baden-Wu&#x308;rttemberg Regie studiert, ist im Wallis gross geworden und interessiert sich &#x2013; wie viele jungen Leute &#x2013;eigentlich kaum f&#xFC;r folkloristisches Brauchtum. Gleichwohl hat er sich entschieden einen &#xAB;Heimatfilm&#xBB; zu drehen, der &#xAB;der eindru&#x308;cklichen Tradition mit dem no&#x308;tigen Stolz, einer unba&#x308;ndigen Faszination, aber auch mit einem kleinen Augenzwinkern begegnet&#xBB;.<br xmlns=""/>
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Steiner begleitet verschiedene Protagonisten vor und w&#xE4;hrend des &#xAB;Kampfs der K&#xF6;niginnen&#xBB; und zeigt das Spektakel und dessen Vorbereitungen mosaikartig aus verschiedenen Perspektiven: So beobachten wir, wie der sanftm&#xFC;tige Z&#xFC;chter Beat Brantschen und seine Familie die Tiere auf das Finale vorbereiten. In einer ber&#xFC;hrenden Szene ist Brachers T&#xF6;chterchen, das sich selbst kaum auf den Beinen halten kann, im Stall vor den riesigen Tieren zu sehen. Es soll beim F&#xFC;ttern helfen, die pr&#xE4;sente Kamera scheint das Kind aber mehr zu beeindrucken als das gewaltige Vieh. Weiter ist Steiner mit der Dorfjugend unterwegs, die auf der Suche nach dem ersten Kuss oder dem ersten Rausch, mit Mopeds auf dem Festgel&#xE4;nde aufkreuzt. Zudem erscheint ein jovialer M&#xF6;chtegernjournalist aus Z&#xFC;rich im franz&#xF6;sisch sprechenden Teil des Wallis, um &#xAB;mal etwas anderes zu sehen&#xBB;. Der Schauspieler Andreas Herzog, der schon in Steiners <i xmlns="">Ich bin&#x2019;s Helmut</i> mitgewirkt hat, spielt sich hier selbst. Der St&#xE4;dter sticht aus dem Figurenensemble stark heraus und wirkt durch seine penetrante Art nicht nur beim l&#xE4;ndlichen Anlass, sondern auch im Film auf Dauer etwas fehl am Platz.<br xmlns=""/>
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<i xmlns="">Kampf der K&#xF6;niginnen</i> kommt g&#xE4;nzlich ohne erkl&#xE4;rende Kommentare aus und verzichtet auf Fakten und Hintergr&#xFC;nde. In stilisierten schwarz-weiss Aufnahmen pr&#xE4;sentiert der Film sorgf&#xE4;ltig ausgew&#xE4;hlte Eindr&#xFC;cke, die sich zu einem zeitlich entr&#xFC;ckt wirkenden Stimmungsbild zusammenf&#xFC;gen. Beim grosse Finale wird die Stilisierung auf die Spitze getrieben: In extremer Zeitlupe scharren Hufe, prallen K&#xF6;pfe aufeinander und verhaken sich H&#xF6;rner &#x2013; begleitet vom dramatischen Jodel-Blues der S&#xE4;ngerin Erika Stucky. Steiner kontrastiert die animalische Rohheit und die folkloristische Beh&#xE4;bigkeit mit k&#xFC;hler &#xC4;sthetik und moderner Musik: Eine Hommage, die Distanz h&#xE4;lt, und gerade dadurch einen bestechenden Zugang zum traditionellen Thema findet.<br xmlns=""/>
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PRODUKTION: Filmakademie Baden-W&#xFC;rttemberg (Ludwigsburg) 2011. BUCH, REALISATION: Nicolas Steiner. SCHNITT: Kaya Inan. KAMERA: Markus Nestroy. MUSIK: John Gu&#x308;rtler, Jan Miserre. WELTRECHTE: Filmakademie Baden-W&#xFC;rttemberg (Ludwigsburg).<br xmlns=""/>
HDCAM, sw., 70 Minuten, Schweizerdeutsch.</div></content></entry><entry><title>Vol sp&#xE9;cial [Fernand Melgar]</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/vol-special-fernand-melgar.html"/><id>http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/vol-special-fernand-melgar.html</id><published>2011-09-18T12:38:30Z</published><updated>2011-09-18T12:38:30Z</updated><summary>

Jede Stunde donnern Flugzeuge &#xFC;ber das Haus, in dem sie wohnen. Alle paar Monate f&#xE4;hrt ein Wagen der Polizei vor,...</summary><author><name>Florian Leu</name></author><contributor><name>Florian Leu</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><img xmlns="" src="http://www.cinemabuch.ch/files/images/2011/9/mob408_1316349739.jpg" alt="Vol sp&#xE9;cial" title="Vol sp&#xE9;cial"/><br xmlns=""/>
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Jede Stunde donnern Flugzeuge &#xFC;ber das Haus, in dem sie wohnen. Alle paar Monate f&#xE4;hrt ein Wagen der Polizei vor, um einige von ihnen zu holen. In Handschellen werden die M&#xE4;nner abgef&#xFC;hrt, manchmal erstickt einer.<br xmlns=""/>
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Fernand Melgar hat mit <i xmlns="">Vol sp&#xE9;cial</i> einen Film gedreht, der eine Art Fortsetzung seines Werks <i xmlns="">La forteresse</i> (CH 2008) ist. Vor drei Jahren erz&#xE4;hlte er den Alltag jener, die in der Schweiz ankommen und mit anderen Asylbewerbern in einem Heim landen. Jetzt erz&#xE4;hlt er den Alltag jener, die die Schweiz verlassen m&#xFC;ssen und zusammen mit anderen Abgewiesenen auf ihre Ausweisung warten. Wenn Melgar es nicht schon war, ist er es jetzt: der Dokumentarist des Wartens.<br xmlns=""/>
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Das Schwerste an der Warterei ist wohl, die W&#xFC;rde zu wahren. Die M&#xE4;nner im Film schaffen es immer, und wenn sie am Ende scheitern, tragen sie keine Schuld. Ein Mann singt Lieder &#xFC;ber seine Ausweglosigkeit, die anderen stossen dazu und summen mit. Ein anderer trainiert jeden Tag auf dem Sportplatz und h&#xE4;lt seinen K&#xF6;rper in Form. Am Schluss haben sie keine Chance: Die Polizisten kommen und leuchten ihnen in den Anus, als ob sie dort eine Bombe finden k&#xF6;nnten. Wenn sie die M&#xE4;nner weggefahren haben, tritt der Anstaltsleiter vor die, die noch da sind, und sagt ihnen, ihre Freunde seien zwar gegangen, doch in W&#xFC;rde. Wie Melgar die Reaktionen darauf einf&#xE4;ngt, von kleinen mimischen Ver&#xE4;nderungen bis zu langen Gespr&#xE4;chen ein paar Stunden sp&#xE4;ter: ein Beweis daf&#xFC;r, wie nah er an die M&#xE4;nner herangekommen ist, wie viel Zeit er sich genommen hat. Es wirkt, als h&#xE4;tte ein Feldforscher hinter der Kamera gestanden, jahrelang und an einem sehr fremden Ort.<br xmlns=""/>
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Neben den Portr&#xE4;ts der M&#xE4;nner sind es Szenen wie diese, die den Film auszeichnen: Szenen, in denen die beiden Seiten aufeinander treffen, die M&#xE4;nner in ihren Zellen und die M&#xE4;nner in ihren Hemden, die f&#xFC;r die Ausweisung zust&#xE4;ndig sind, freundliche Verwalter des Elends. Einmal hat einer der Insassen einen Termin mit einem dieser Verwalter, der mit ihm die Details seiner R&#xFC;ckschaffung besprechen soll. Der Insasse ist aus Afrika gekommen, hat in der N&#xE4;he von Lausanne eine Stelle gefunden, eine Familie gegr&#xFC;ndet, Steuern bezahlt, sich nichts zu Schulden kommen lassen. Dennoch muss er raus, weil er keine Aufenthaltsgenehmigung hat. Er sagt dem Beamten, dass er die Schweiz nicht verlassen k&#xF6;nne und auch keinen Anlass daf&#xFC;r sehe. Der Beamte sagt, sein Auftrag sei, mit ihm &#xFC;ber nichts anderes als die Ausschaffung zu reden, die letzten Fragen zu kl&#xE4;ren. Sie streiten und starren sich an, dann brechen sie das Gespr&#xE4;ch ab. Der Mann hat Gl&#xFC;ck. Das Gericht entscheidet zu seinen Gunsten, und an einem sch&#xF6;nen, klaren Wintertag &#xF6;ffnet sich das Gitter.<br xmlns=""/>
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F&#xFC;r die anderen geht es schlechter aus. Sie m&#xFC;ssen weg, einer von ihnen ist in Kloten erstickt, straff festgezurrt, wie er war. Melgar zeigt all dies ohne Kommentar, wie er schon in <i xmlns="">La forteresse</i> auf Kommentare verzichtet hat. Es gibt auch keine Interviews, in denen Experten mit Erkl&#xE4;rungen die Erz&#xE4;hlung schw&#xE4;chen w&#xFC;rden. Obwohl Melgar den M&#xE4;nnern, die auf ihre Ausschaffung warten, mit Sympathie begegnet, macht er die Beamten nie zu D&#xE4;monen. Was Melgar den Vorwurf einbrachte, sein Werk sei faschistoid. Das ist Humbug. <i xmlns="">Vol sp&#xE9;cial</i> ist ein reifer, trauriger, sch&#xF6;ner Film, nach dem man das Gef&#xFC;hl hat, in einer gemeinen, kalten, engen Welt daheim zu sein.<br xmlns=""/>
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PRODUKTION: Climage (Lausanne), Arte, RTS 2011. REALISATION/DREHBUCH: Fernand Melgar, KAMERA: Denis Jutzeler, TON: Christophe Giovannoni, SCHNITT: Karine Sudan, MUSIK: Wandifa Njie. VERLEIH: Look Now! (Z&#xFC;rich). WELTRECHTE: Climage (Lausanne).<br xmlns=""/>
35mm, Farbe, 100 Minuten, Sprache: Franz&#xF6;sisch.</div></content></entry><entry><title>Silberwald [Christine Repond]</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/silberwald-christine-repond.html"/><id>http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/silberwald-christine-repond.html</id><published>2011-09-18T12:29:31Z</published><updated>2011-09-18T12:29:31Z</updated><summary>

Am Anfang torkeln sie durchs Dorf und kicken Laternen aus. Am Ende haben sie Glatzen und werfen Molotowcocktails auf ein...</summary><author><name>Florian Leu</name></author><contributor><name>Florian Leu</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><img xmlns="" src="http://www.cinemabuch.ch/files/images/2011/9/mob407_1316349212.jpg" alt="Silberwald" title="Silberwald"/><br xmlns=""/>
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Am Anfang torkeln sie durchs Dorf und kicken Laternen aus. Am Ende haben sie Glatzen und werfen Molotowcocktails auf ein Bauernhaus. Dazwischen z&#xFC;nden sie vor dem Asylantenheim einen Kinderwagen an, stehlen Geld in der Garderobe des Sportclubs, rauchen einen Bong nach dem anderen, leeren Schnapsfl&#xE4;schchen wie Kampftrinker und jagen sich mit Paintballgewehren durch den Wald. Eine Jugend im Berner Oberland, nichts Ungew&#xF6;hnliches.<br xmlns=""/>
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Aber das ist nur die H&#xE4;lfte der Geschichte: Immer wieder sitzen sie auf ihrem T&#xF6;ffli und heizen durch die D&#xF6;rfer, auf der Suche nach dem Kick im Emmental. Oder sie schauen den M&#xE4;dchen nach, bringen aber nur ein Kr&#xE4;chzen raus, wenn sie vor ihnen stehen. Immer wieder streiten sie sich mit ihren Eltern und vermissen sie, sobald sie im Streit aus der Wohnung gerannt sind. Wie widerspr&#xFC;chlich die Jahre als Teenie sind, das f&#xE4;ngt dieser Film wie wenige andere ein. Mir kommt nur <i xmlns="">Fickende Fische</i> (Almut Getto, D 2002) in den Sinn, der vor ein paar Jahren den Drehbuchpreis der Deutschen Filmkritik gewonnen hat und ein fabelhafter Film ist.<br xmlns=""/>
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<i xmlns="">Silberwald</i>, diese Geschichte &#xFC;ber das Erwachsenwerden, ist eine Gratwanderung zwischen Spass und Ernst, ein Hin und Her zwischen der Welt der Eltern und ihrer eigenen, die sich die Jungs aus Ballerspielen und Ausfl&#xFC;gen zu einer H&#xFC;tte im Wald zusammenbasteln. Zu einer H&#xFC;tte, in der sich die Neonazis der Gemeinde treffen, ihre atemlose Metallmusik h&#xF6;ren und dr&#xFC;ber nachdenken, wem sie das Leben versauen k&#xF6;nnen. Das alles ist grossartig gespielt, <i xmlns="">Silberwald</i> ist bis in die kleinste Nebenrolle hervorragend besetzt, wirkt fast schon wie ein &#xFC;ber&#xE4;sthetischer Dokfilm. <i xmlns="">Silberwald</i>, der im Herbst 2011 in die Schweizer Kinos kommt, ist aber auch ein Film, der zur Zeit der Wahlen passt, die wohl einen Rechtsrutsch bringen werden. Man kann hier bis in die Details hinein verfolgen, wie sich einer, vor allem aus Verwirrung und Ratlosigkeit, nach rechts bewegt.<br xmlns=""/>
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Sascha, die Hauptfigur ohne Nachnamen, h&#xE4;ngt am Anfang nur herum und kann sich f&#xFC;r keine Lehre entscheiden. Er heuert bei einem Bauern an und hilft ihm beim Holzhacken. Er stiehlt sich durchs Dorf und l&#xFC;gt seine Mutter an. Am Ende bringt er seinen ersten Baum zu Fall und l&#xE4;chelt eins von vielleicht drei L&#xE4;cheln w&#xE4;hrend dieser anderthalb Stunden, die zum Besten geh&#xF6;ren, was Schweizer Filmemacher in den letzten Jahren gedreht haben. Christine Repond, in Solothurn mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet, malt das Portr&#xE4;t eines Dorfes ohne Namen, das jedes sein k&#xF6;nnte, irgendwo im Hinterland, irgendwo im Nirgendwo. Sie zeigt, wie schnell einer sich im Wald verirrt und meint, sich eine Glatze rasieren zu m&#xFC;ssen, um in der Holzh&#xFC;tte der Neonazis an Parties zu gehen und Freunde zu finden, die ihm passen. Repond reisst mit, indem sie uns Figuren zeigt, wie sie an jedem Bahnhof in der Pampa herumlungern: Voller Langeweile und Tatendrang.<br xmlns=""/>
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Eine Szene kurz vorm Schluss: Sascha steht mit einem brennenden Molotowcocktail vor einem Bauernhaus, &#xFC;berall Flammen. Es ist eine Mutprobe. Um ein Skin zu werden, muss er mit anderen Frischlingen ein Haus mit Leuten drin niederbrennen. Die andern werfen und feuern ihn an, dann laufen sie weg. Sascha bleibt stehen, dann kommt die Polizei.<br xmlns=""/>
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PRODUKTION: Dschoint Ventschr Filmproduktion (Z&#xFC;rich), Allary Film (M&#xFC;nchen), SRF 2011. DREHBUCH/REALISATION: Christine Repond. KAMERA: Michael Leuthner. SCHNITT: Ulrike Tortora. DARSTELLER: Saladin Deller, Naftali Wyler, Basil Medici, Heidi Z&#xFC;ger, Dieter Stoll, Carmen Klug. WELTRECHTE/VERLEIH: Dschoint Ventschr Filmproduktion (Z&#xFC;rich).<br xmlns=""/>
35mm, Farbe, 90 Minuten, Sprache: Deutsch</div></content></entry><entry><title>Hell [Tim Fehlbaum]</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/hell-tim-fehlbaum.html"/><id>http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/hell-tim-fehlbaum.html</id><published>2011-09-10T16:02:44Z</published><updated>2011-09-10T16:02:44Z</updated><summary>

Visionen der Apokalypse sorgen immer wieder f&#xFC;r faszinierende Kinobilder: In den Mad-Max-Filmen (George Miller, AUS...</summary><author><name>Nathalie Jancso</name></author><contributor><name>Nathalie Jancso</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><img xmlns="" src="http://www.cinemabuch.ch/files/images/2011/10/mob413_1318953827.jpg" alt="Hell" title="Hell"/><br xmlns=""/>
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Visionen der Apokalypse sorgen immer wieder f&#xFC;r faszinierende Kinobilder: In den <i xmlns="">Mad-Max</i>-Filmen (George Miller, AUS 1979/1981/1985) entbrennt der Kampf um das knapp gewordene Benzin, in <i xmlns="">Waterworld</i> (Kevin Reynolds, USA 1985) geht es um das &#xDC;berleben im und unter Wasser, nachdem die Pol-Kappen geschmolzen sind, und in der Romanverfilmung <i xmlns="">The Road</i> (John Hillcoat, USA 2009) ist die Erde nach einem nicht n&#xE4;her erkl&#xE4;rten Naturdesaster praktisch unbewohnbar geworden. Auf den Spuren dieser und anderer Genre-Vorbilder wandelt der junge Basler Regisseur Tim Fehlbaum mit seinem Spielfimdeb&#xFC;t <i xmlns="">Hell</i>. Gleichzeitig ist ihm mit dieser deutsch-schweizerischen Koproduktion auch eine in sich geschlossene, ganz eigenwillige Mischung aus Endzeitthriller, Roadmovie und Psychohorror gelungen.<br xmlns=""/>
<i xmlns="">Hell</i> ist in der nahen Zukunft angesiedelt: Die Sonne brennt seit Jahren immer heisser und bedroht dadurch das Leben auf der Erde. Die vier Hauptfiguren, zwei Schwestern und zwei zuf&#xE4;llig zu ihnen gestossene M&#xE4;nner, versuchen sich mit ihrem klapprigen Auto aus der gleissenden H&#xF6;lle der hitzeflirrenden Ebenen in die k&#xFC;hlere Bergregion zu fl&#xFC;chten. Doch die kleine und fragile Zweckgemeinschaft sieht sich dort bald mit einer ganz anderen Art von H&#xF6;lle konfrontiert, der menschlichen n&#xE4;mlich. In den W&#xE4;ldern haben sich die Bewohner eines ehemaligen Bauernguts zusammengerottet und schrecken um zu &#xDC;berleben auch vor Kannibalismus nicht zur&#xFC;ck.<br xmlns=""/>
Mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln haben Fehlbaum und sein Team einen eigenen Look kreiert: Mit stark &#xFC;berbelichteten Bildern und dem steten Wirbeln des Staubs wird eine be&#xE4;ngstigend reale Zukunftsvision einer d&#xFC;rren, lebensfeindlichen Welt heraufbeschworen. Die bedrohlich schwarz-verkohlten W&#xE4;lder lassen eine subtile Horror-Stimmung aufkommen. Gedreht wurde in Bayern und in Waldbrandgebieten auf Korsika. Und obwohl der grosse Hollywood-Pyromane Roland Emmerich Fehlbaum bei der Vorbereitung mit Rat und Tat zur Seite stand, schafft es der Film auch ohne ein einziges computergeneriertes Bild gut auszusehen.<br xmlns=""/>
Neben den visuellen Aspekten konnte Fehlbaum aber auch auf seine Schauspieler bauen. Die starken Frauenfiguren, die im Film das Sagen haben, sind mit Jungstar Hanna Herzsprung und Angela Winkler, die die Bauernfrau gekonnt unheimlich darstellt, kongenial besetzt. Und auch f&#xFC;r die M&#xE4;nnerrollen konnte er mit Stipe Erceg und Lars Eidinger bekannte deutsche Schauspieler verpflichten. Fehlbaum, der w&#xE4;hrend seines Studiums an der Hochschule f&#xFC;r Fernsehen und Film M&#xFC;nchen bereits mehrere erfolgreiche Kurzfilme drehte, ist eine echte Zukunftshoffnung f&#xFC;r den deutschsprachigen Genrefilm, das hat er mit <i xmlns="">Hell</i>, der unter anderem am M&#xFC;nchner Filmfest und auf der Piazza Grande am Festival in Locarno gezeigt wurde, klar unter Beweis gestellt.<br xmlns=""/>
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PRODUKTION: Caligari Film- und Fernsehproduktions GmbH (M&#xFC;nchen), Vega Film AG (Z&#xFC;rich), Pro7, SRF 2011. BUCH: Tim Fehlbaum, Thomas W&#xF6;bke, Oliver Kahl. REALISATION/KAMERA: Tim Fehlbaum. SCHNITT: Andreas Menn. TON: Hugo Poletti, Jan Illing. MUSIK: Lorenz Dangel. DARSTELLER: Hannah Herzsprung, Stipe Erceg, Lars Eidinger, Lisa Vicari, Angela Winkler.<br xmlns=""/>
VERLEIH: Vega Film AG (Z&#xFC;rich). WELTVERTRIEB: Beta Film GmbH.<br xmlns=""/>
35 mm, Farbe, 86 Minuten, Deutsch.<br xmlns=""/></div></content></entry><entry><title>Flying Home [Tobias Wyss]</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/flying-home-tobias-wyss.html"/><id>http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/flying-home-tobias-wyss.html</id><published>2011-09-02T11:34:48Z</published><updated>2011-09-02T11:34:48Z</updated><summary>

Tobias Wyss geht in seinem 80-min&#xFC;tigen Dokumentarfilm den tats&#xE4;chlichen Verh&#xE4;ltnissen hinter einer...</summary><author><name>Bettina Spoerri</name></author><contributor><name>Bettina Spoerri</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><img xmlns="" src="http://www.cinemabuch.ch/files/images/2011/9/mob406_1314963600.jpg" alt="Flying Home" title="Flying Home"/><br xmlns=""/>
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Tobias Wyss geht in seinem 80-min&#xFC;tigen Dokumentarfilm den tats&#xE4;chlichen Verh&#xE4;ltnissen hinter einer Familienlegende nach: dem allseits bewunderten Onkel Walter Otto Wyss &#x2013; kurz &#x201E;WOW!&#x201C; genannt &#x2013;, der 1939 nach Amerika auswanderte und dort als Autoerfinder zuerst einmal eine Blitzkarriere hinlegte. Was aus der Ferne &#x2013; und insbesondere aus den Augen des Kindes, das Tobias Wyss war &#x2013; nach einer blendenden, faszinierenden Existenz aussah, entpuppt sich nun im Laufe der Recherchen des Erwachsenen immer mehr als ein schwieriges Leben voller Br&#xFC;che und mehr oder weniger gut geh&#xFC;teten Geheimnissen.<br xmlns=""/>
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Der junge Ingenieur Walter Otto Wyss, erst kurze Zeit in den USA, stieg schnell auf und entwickelte ein innovatives Hybridauto, das aber am Ende nie produziert wurde. Briefe in die Heimat kaschierten seine Entt&#xE4;uschung und seine wachsenden Versagens&#xE4;ngste, und in der Aufrechterhaltung der Fassade gegen&#xFC;ber seinen Schweizer Verwandten wurde Walter zunehmend einsamer. Die Liebesbeziehung mit einer afroamerikanischen T&#xE4;nzerin &#x2013; damals noch alles andere als von der Gesellschaft toleriert &#x2013; hielt er ebenso geheim wie seine obsessiven Fotoserien. Ende der 1950er Jahre lernte er in Tokio Japanisch und lebte beinahe wie ein Eremit, bevor er die letzten Jahrzehnte vor seinem Tod 2001 in Hawaii verbrachte, wo niemand seine Geschichte wirklich kennt.<br xmlns=""/>
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Tobias Wyss n&#xE4;hert sich in <i xmlns="">Flying Home</i> der Geschichte seines Onkels behutsam, sichtet die riesige Fotosammlung des Verwandten und verwebt diese Bilder und Dokumente mit seinen eigenen Aufnahmen und begibt sich auf Spurensuche in die USA. Der Neffe umkreist das R&#xE4;tsel, arbeitet sich &#xFC;ber den Glamour der lange aufrecht erhaltenen &#x201E;WOW&#x201C;-Fassade mit vielen offenen Fragen mehr und mehr in die Geschichte eines schillernden Lebens hinein. Er tr&#xE4;gt Schicht um Schicht ab &#x2013; bis Walter Otto Wyss &#xFC;berraschend auch noch einmal lebend auf der Leinwand erscheint, als gebrechlicher, kauziger Mann, der sich weiterhin nicht in die Karten sehen lassen will. Aus den vielen, in den letzten Jahren erstellten dokumentarischen Ann&#xE4;herungsversuchen an famili&#xE4;re 'oral histories' in bzw. aus der Schweiz ragt Tobias Wyss&#x2018; <i xmlns="">Flying Home</i> durch eine &#xFC;berzeugende, vielschichtige Erz&#xE4;hlweise heraus. Indem sich der Filmemacher als Ich-Erz&#xE4;hler mit in den Film hineinnimmt, seine Projektionen auf ernste, witzige und selbstironische Weise reflektiert, erz&#xE4;hlt er durch das Eigene und Individuelle hindurch eine universale Geschichte: die von unserer Sehnsucht nach bewundernswerten Figuren &#x2013; Fantasien, die meist mehr mit uns als mit der Realit&#xE4;t zu tun haben. <i xmlns="">Flying Home</i> ist ein verspielter, humorvoller, aber auch manchmal trauriger Film, eine intelligente, anregende Hommage an schwarze Schafe und Sonderlinge, wie es sie wohl in jeder Familie gibt. Wie ein Fotoalbum, das auf der Suche nach neuen Sichtweisen nicht nur neugierig durchgebl&#xE4;ttert, sondern auch neu komponiert wird.<br xmlns=""/>
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PRODUKTION: Mira Film GmbH, Schweizer Radio und Fernsehen. BUCH, REALISATION: Tobias Wyss. KAMERA: Andreas Birkle, Tobias Wyss. TON: Patrick Becker, Peter Zwierko; Sound Editing/Sound Design: J&#xFC;rg von Allmen. SCHNITT: Mirjam Krakenberger. MUSIK: Daniel Almada. VERLEIH Schweiz: noch offen. WELTVERTRIEB: Mira Film GmbH.<br xmlns=""/>
35mm, Farbe, 80 Minuten, Sprachen: Deutsch/Englisch/Japanisch.</div></content></entry></feed>

