Ausschreibung Cinema 59: Das ENDE
| Von Senta van de Weetering | [ In eigener Sache ] |

CINEMA 59, das im Januar 2014 erscheint, widmen wir dem ENDE, in der ganzen Breite des Themas: narratologisch, film- und kinogeschichtlich, ästhetisch ...
Das Ende, so will es eine versöhnliche Lebensweisheit, sei stets der Anfang von etwas Neuem. Nicht so im Kino. Hier ist das Ende das Ende. The End. Fin. – Abspann – Lichter – Alltag. Oder doch nicht? Es soll ja Filme geben, die lange über den Abspann hinaus nachwirken. Was aller-dings nichts mit ihrem Schluss zu tun haben muss. Aber immerhin: Vielleicht ist das Ende doch auch im Kino nicht das Ende. Aber auf jeden Fall ist es eine bedenkenswerte Sache.
Narratologisch vermag das Ende viel. Eine Geschichte abschliessen. Eine Geschichte nicht ab-schliessen. Einer Geschichte einen neuen Dreh geben. Zum Anfang der Videoinstallation überleiten. Das Sequel vorbereiten. Spannung aufbauen, damit das Publikum den Fernseher bei der nächsten Episode wieder einschaltet. Genres, Strömungen und Epochen haben ihre Konven-tionen, was den Schluss betrifft, und wie immer können diese erfüllt oder verweigert werden, und beides kann so missglücken, dass es rückwirkend den ganzen Film ruiniert. Manche Werke wol-len auch einfach zu keinem Abschluss kommen – womit sie gleichzeitig die Frage aufwerfen, warum der Schluss klassischerweise nach 90 Minuten kommt. Und ob das Ende wirklich durch die Narration, oder möglicherweise auch durch die Produktionsbedingungen erzwungen wird.
Andererseits geht in der Film- und Kinogeschichte vieles zur Neige: Moden, Stile, Epochen, Techniken, Produktionsprozesse und Projektionsweisen, vom Ende des Stummfilms bis zum Ende des Celluloids. Manche Filmproduktionen andererseits finden ein Ende, bevor der Film ü-berhaupt zu einem Abschluss kommen konnte.
Wir suchen für CINEMA 59 Beiträge, die sich mit bestimmten Aspekten des Themas – gerne auch solchen, die wir in der Ausschreibung vergessen haben – auseinandersetzen. Das Jahr-buch richtet sich an ein filminteressiertes Publikum. In der Form gibt es grosse Freiheit, vom essayistischen Text bis zur wissenschaftlichen Abhandlung, von der Glosse bis zum Fotoessay. Die Textlänge soll 25‘000 Zeichen – inklusive der sparsam eingesetzten Fussnoten – nicht über-schreiten.
Bitte schickt eure Ideenskizze bis zum 20. April an die Mailadresse jahrbuchcinema@gmx.ch oder an ein Redaktionsmitglied. Wir sind gespannt auf kreative Vorschläge.
Redaktion CINEMA: Tereza Fischer-Smid, Simon Meier, Bettina Spoerri, Anna-Katharina Strau-mann, Matthias Uhlmann, Senta van de Weetering

