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<wml xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head><meta http-equiv="Content-Type" content="text/vnd.wap.wml;charset=ISO-8859-1"/></head><card id="main" title="KAYWA"><p><big>CINEMA</big><br/>unabh&#xE4;ngige Schweizer Filmzeitschrift<br/></p><p><small>01.12.1998,&#xA0;00:00</small><br/><b><a href="http://www.cinemabuch.ch/mobile/selection-cinema/tanz_der_hnde.html">Tanz der H&#xE4;nde [Phil D&#xE4;nzer / Peter Hemmi]</a></b></p><p>&#xAB;Die Geb&#xE4;rdensprache ist das zentrale Element der Geh&#xF6;rlosenkultur.&#xBB; Der Satz erscheint H&#xF6;renden selbstverst&#xE4;ndlich, keines weiteren Gedankens wert. Tanz der H&#xE4;nde bedient sich filmischer Mittel, um aus der lapidaren Aussage eine Ann&#xE4;herung zu machen. Der Film handelt nicht prim&#xE4;r von der Geb&#xE4;rdensprache, sondern bedient sich ihrer.
Die Mittel sind einfach - Videobilder, aufgenommen in einer Reihe von spezifisch geb&#xE4;rdensprachlichen Kontexten, aneinandergereiht in einer linearen Montage, begleitet oder kommentiert einerseits durch die Musik Pierre Favres, anderseits durch Untertitel. Was den dokumentarischen Tour d?horizon entscheidend bereichert, ist eine Art Verdoppelung des Mediums. Die Menschen im Film f&#xFC;hren mit Geb&#xE4;rden etwas vor, das in sich einer Art Kino mit visuell-k&#xF6;rperlichen Mitteln nahekommt. Ihr sichtbarer Ausdruck, schon als solcher ein &#xAB;Spektakel&#xBB;, l&#xE4;sst eine Vielfalt von Welten des Lyrischen, Dramatischen und Humoresken aufscheinen.
Die erste Begegnung zwischen ZuschauerInnen und handelnden Personen ist szenischer Art. Die Geb&#xE4;rdenpoetin Martine Leuzinger Maye vollzieht ihre Poesie auf einer B&#xFC;hne (im Hintergrund erg&#xE4;nzt mit Fotos und Lichtmalereien). Ihr Stil ist - wie das Genre der Geb&#xE4;rdenpoesie &#xFC;berhaupt - f&#xFC;r die meisten H&#xF6;renden wohl ungewohnt, zugleich aber radikal auf das Publikum hin ge&#xF6;ffnet: Die frontale Kamera macht aus den Rezipierenden im Kino die AdressatInnen des Gedichts. Durch diese direkte Zuwendung ist der Anspruch im Untertitel des Films schon weitgehend erf&#xFC;llt: &#xAB;Die Welt der Geh&#xF6;rlosen aus ihrer eigenen Sicht&#xBB;.
Es folgen Szenen mit Reportagecharakter. Eine Sprachwissenschafterin zeigt Ausdr&#xFC;cke der Zeitlichkeit in der Geb&#xE4;rdensprache; ein Psychologe demonstriert ein Psychologie-Geb&#xE4;rdenlexikon auf CD-ROM; ein Linguist erl&#xE4;utert Zusammenh&#xE4;nge zwischen Forschung und geb&#xE4;rdensprachlicher Unterrichtspraxis in Schweden. Dazwischen immer wieder Szenisches: geb&#xE4;rdend vorgetragene Gedichte, Tanz- und Theaterszenen des Pariser International Visual Theater sowie Anekdoten, Witze und Kurzgeschichten, die an einem Fest in der Romandie erz&#xE4;hlt werden.
Tanz der H&#xE4;nde erweist sich als wertvoller Beitrag zu einer Geschichte des Umgangs mit der Geb&#xE4;rdensprache in unseren Breitengraden. Der Film wendet seinen Kamerablick bewusst dahin, wo sich Geb&#xE4;rden entfalten k&#xF6;nnen. Mit stets f&#xFC;hlbarem Selbstbewusstsein f&#xFC;hren die Macher (Autor und Regisseur Phil D&#xE4;nzer ist schwerh&#xF6;rig, Co-Autor Peter Hemmi und Kameramann Enrico de Marco sind geh&#xF6;rlos) das h&#xF6;rende Publikum vor die B&#xFC;hne, wo man als unsensibilisierter H&#xF6;render angesichts einer zutiefst visuell-taktilen Kultur ins Staunen kommt. Darauf ist der Film ausgerichtet. Was sich hinter der B&#xFC;hne an Konflikten p&#xE4;dagogisch-gesellschaftlicher Natur verbirgt, kann er daher nur andeuten.
&#xA0;</p><p><small><a href="http://www.cinemabuch.ch/mobile/selection-cinema/tanz_der_hnde.html">Kommentare</a>&#xA0;(0)
        <br/>Kategorie:&#xA0;<a href="http://www.cinemabuch.ch/mobile/selection-cinema">S&#xE9;lection CINEMA</a><br/></small></p><p><a href="http://www.cinemabuch.ch/mobile/p340.html">&#xAB; zur&#xFC;ck</a>
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