Karim Patwa's Spaceship [Karim Patwa]
| Von Doris Senn | [ Sélection CINEMA ] |
Als Doku-Sciencefiction bezeichnet Karim Patwa diese autobiografische Erkundung seiner Wurzeln. Schliesslich geht es um seine eigene Geschichte und – mit Ausnahme von Karim (seine Rolle spielt Matthias Fankhauser) – treten seine authentischen Angehörigen auf. Doch Karim Patwa's Spaceship ist auch eine schrille Weltraumkomödie irgendwo zwischen Teletubbies und 2001: A Space Odyssey (USA/GB 1968) in geradezu phänomenaler Umsetzung: Im grellen Farb- und Stildesign der Sechziger eröffnet sich uns ein Fantasiereich aus Realfilm und Computeranimation, das durch seine technische Perfektion verblüfft und viel Augenschmaus bietet. Samosas flattern durchs All – die hausgemachten von Tante Sophie versteht sich –, Horden von Peperoncini-Libellen entfalten ihr Zerstörungspotenzial und können nur durch die geballte Kraft von Karims Fürzen unschädlich gemacht werden. Fotos aus dem Familienalbum und Homemovies der Patwa-Family säumen den Weg in die Vergangenheit und finden sich zwischen echt und geflunkert nahtlos ins Pop-Art-Styling integriert. Und damit die Space Opera nicht in kalten Technikperfektionismus abhebt, sorgt die Off-Stimme des Protagonisten, der die Story aus der Innensicht erzählt, für den heimelig-naiven schweizerischen Charme. Vielleicht hätte die Geschichte, um dramaturgisch einwandfrei zu sein, eine leichte Straffung vertragen, doch darf man sich in den etwas laueren Momenten ruhig den spritzigen visuellen Gags hingeben, die der überbordenden Fantasie des Machers nicht auszugehen scheinen.
P: Dschoint Ventschr (Zürich) 2004. B, R: Karim Patwa. K: Dominique Margot. T, S: Arne Hector. M: Jonas Cslowjescek. Animationen: Stefan Bischoff, Noé Marti. D: Matthias Fankhauser, Anne-Marie Patwa, Miriam Patwa. W, V: Dschoint Ventschr (Zürich).
Digital Beta, 60 Minuten, Farbe, Schweizerdeutsch, Deutsch, Englisch (englische Untertitel).

