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Teenager sind eine faszinierende Spezies und es wurde in den letzten Jahren viel diskutiert, geschrieben und geforscht,...</description><dc:date>2013-05-09T16:00:00Z</dc:date><dc:creator>Sascha Lara Bleuler</dc:creator><dc:subject>S&#xE9;lection CINEMA</dc:subject><content:encoded><![CDATA[<img xmlns="" src="http://www.cinemabuch.ch/files/images/2013/5/mob501_1368115663.jpg" alt="Boys are us" title="Boys are us"/><br xmlns=""/>
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Teenager sind eine faszinierende Spezies und es wurde in den letzten Jahren viel diskutiert, geschrieben und geforscht, inwiefern sich diese Wesen durch das Internet in ihrem sozialen Verhalten ver&#xE4;ndert haben. Man spricht von &#xDC;bersexualisierung, Vereinsamung &#x2013; das reale Leben wird durch ein virtuelles ersetzt, das sich in Chat-Foren, Webcams und Datingsites abspielt. Doch vieles ist gleich beblieben. Die Teenagerjahre sind auch heute gepr&#xE4;gt von hormonellen Berg- und Talfahrten, Zahnspangen und der &#xDC;berzeugung, dass Erwachsene doof sind.<br xmlns=""/>
Peter Luisi misst in seinem vierten Spielfilm <i xmlns="">Boys Are Us</i> dieser geplagten &#xAB;Generation Facebook&#xBB; den Puls. Der 16-j&#xE4;hrigen Hauptfigur Mia wird schmerzlich bewusst, dass ihr Traumprinz sie nicht liebt, sondern nur mit ihr gespielt hat, und bittere Tr&#xE4;nen fliessen in Str&#xF6;men. Mias um zwei Jahre &#xE4;ltere Schwester Laura kennt diese Leiden zu Gen&#xFC;ge und zusammen beschliessen die M&#xE4;dchen, den Spiess umzudrehen: Mia wird das Herz eines Jungen erobern und es gnadenlos brechen! &#xDC;ber eine Datingsite suchen sie nach jungen M&#xE4;nnern, die sich f&#xFC;r ihren Racheplan eignen und sie finden Timo, der &#x2013; dies Luisis dramaturgischer Kniff &#x2013;von drei verschiedenen Schauspielern verk&#xF6;rpert wird. Die Geschichte wird philosophisch eingebettet in die Frage, ob verschiedene Menschen, denen exakt das Gleiche widerf&#xE4;hrt, zu einem bestimmten Zeitpunkt dieselbe Entscheidung treffen werden. Der teuflische Plan der Schwestern ist f&#xFC;r einige Zeit recht vergn&#xFC;glich anzusehen, doch dann treten die sich wiederholenden Erlebnissen und Dialoge auf der Stelle und das dramatische Potential der Schwesternbeziehung bleibt unausgesch&#xF6;pft.<br xmlns=""/>
Es w&#xE4;re vermessen, der verschachtelten Geschichte fehlende Glaubw&#xFC;rdigkeit vorzuwerfen, da der Film eine solche gar nicht erst anstrebt, doch es fehlt die poetisch absurde Komik eines <i xmlns="">Sandmanns</i> oder die stachlige Guerilla-Energie von Luisis kultigem Erstling <i xmlns="">Verflixt Verliebt</i>. Die formalen und redundanten Spielereien verhindern eine tiefere emotionale Identifikation mit den Figuren, die &#x2013; einsamen Comic-Heldinnen gleich &#x2013; losgel&#xF6;st im weltweiten Netz herumschweben. Melancholisch r&#xFC;hrend sind aber die musikalischen Balladen des Darstellers Rafael M&#xF6;rgeli, dessen Gitarrenakkorde noch lange nachklingen. Letztlich besingt auch M&#xF6;rgelis behutsame Stimme zeitlose Teenager Sehns&#xFC;chte, die, wie schon in pr&#xE4;digitalen Epochen, geliebt, oder eben &#x201C;ge-liked&#x201D; zu werden.<br xmlns=""/>
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PRODUKTION: Spotlight Media Productions AG, Teleclub AG<br xmlns=""/>
BUCH: Peter Luisi REALISATION: Peter Luisi DARSTELLER: Jo&#xEB;lle Witschi, Deleila Piasko, Peter Girsberger, Nicola Perot, Rafael M&#xF6;rgeli KAMERA: Nicol&#xF2; Settegrana TON: Roman Bergamin SCHNITT: Patrick Z&#xE4;hringer MUSIK: Christian Schlumpf, Michael Duss, Martin Skalsky VERLEIH/WELTRECHTE: Spotlight Media Productions AG<br xmlns=""/>
FORMAT: Farbe, 73 Minuten, Schweizerdeutsch<br xmlns=""/>]]></content:encoded></item><item rdf:about="http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/anita-blumer-augosto-boal.html"><title>Anita Blumer: Augosto Boal</title><link>http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/anita-blumer-augosto-boal.html</link><description>

Antia Blumers Dokumentarfilm erz&#xE4;hlt parallel zwei Geschichten: Es ist dies einerseits das Leben des Theaterautors und...</description><dc:date>2013-05-09T15:52:36Z</dc:date><dc:creator>Simon Meier</dc:creator><dc:subject>S&#xE9;lection CINEMA</dc:subject><content:encoded><![CDATA[<img xmlns="" src="http://www.cinemabuch.ch/files/images/2013/5/mob500_1368114856.jpg" alt="Augosto Boal" title="Augosto Boal"/><br xmlns=""/>
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Antia Blumers Dokumentarfilm erz&#xE4;hlt parallel zwei Geschichten: Es ist dies einerseits das Leben des Theaterautors und Theoretikers Augusto Boal und andererseits die Wirkung seines Schaffens auf der ganzen Welt, in Vergangenheit und Gegenwart.<br xmlns=""/>
Boals Arbeiten kann in der Tradition des Brechtschen Theaters gesehen werden, doch f&#xFC;hrte er den Aspekt der Gesellschaftskritik, der sich bei Brecht auf die Handlung und die Offenlegung der Diegese konzentriert, noch einen Schritt weiter. Bei Boal wird das Theater zu einem Instrument, um auf die Wirklichkeit Einfluss zu nehmen. Das Theater ist bei ihm kein abgeschlossener Ort, wo aberwitzige Geschichten miterlebt werden, es ist vielmehr ein Labor, in dem verschiedene Handlungsweisen f&#xFC;r das reale Leben getestet werden k&#xF6;nnen. Daf&#xFC;r erfindet Boal verschiedenste Konzepte: Beim Forumtheater greift das Publikum aktiv in das Geschehen auf der B&#xFC;hne ein, &#xE4;ndert den Verlauf der Geschichte, tritt zuweilen selber in die Rollen der Schauspieler. Beim unsichtbaren Theater &#x2013; das w&#xE4;hrend der Milit&#xE4;rdiktatur in Brasilien entstand &#x2013; wird die Grenze zwischen Theater und Realit&#xE4;t ganz aufgehoben. Das Schauspiel findet an realen Schaupl&#xE4;tzen statt und die beteiligten Schauspieler greifen mit ihren Figuren in reale Begebenheiten des Alltags ein oder kreieren Situationen, in die die Passanten einbezogen werden.<br xmlns=""/>
Boal wird 1931 in Rio de Janeiro geboren. Er studiert an der Columbia Universtiy Chemie, doch seine eigentliche Leidenschaft gilt dem Theater. Nach der R&#xFC;ckkehr aus New York gr&#xFC;ndet er in Sao Paulo das &#xAB;Theater der Unterdr&#xFC;ckten&#xBB;. Boal will ein Theater f&#xFC;r alle Schichten, und nicht nur f&#xFC;r das B&#xFC;rgertum. Das &#xAB;Theater der Unterdr&#xFC;ckten&#xBB; soll das Leben der einfachen Leute thematisieren und Boal tut dies, in dem er es zu den Leuten bringt. Als das Milit&#xE4;r in die Brasilien die Macht an sich reisst, muss Boal ins Exil. Zuerst geht er nach Argentinien, dann weiter nach Portugal und Frankreich. Als er nach f&#xFC;nfzehn Jahren im Ausland wieder nach Brasilien zur&#xFC;ckkehrt, findet er sich in einem ver&#xE4;ndert Land wieder. Das Brasilien seiner Erinnerungen existiert nicht mehr.<br xmlns=""/>
Blumer zeigt eine F&#xFC;lle von Interviews und Ausschnitten aus Theaterproduktionen mit Boal und Leuten, die bei ihm gelernt, seine Werke &#xFC;bersetzt oder ihn pers&#xF6;nlich gekannt haben. Sie praktizieren seine Form des Theaters weiter, in Burkina Faso, in Deutschland, in Indien oder in der Schweiz. So entsteht eine vielseitige Collage &#xFC;ber einen Mann, der sich f&#xFC;r die Sorgen der kleinen Leute interessierte und der Theater als eine Form der Austestung der Realit&#xE4;t verstand, um sie zum Besseren zu ver&#xE4;ndern.<br xmlns=""/>
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PRODUCTION: Dschoint Ventschr Filmproduktion, Schweizer Radio und Fernsehen, Werner Schweizer, Simone Kriesemer 2013. BUCH: Simone Kriesemer, Anita Blumer REGIE: Anita Blumer. KAMERA: Rolf Hellat, Lorenz Merz, Christoph Wirsing. TON: J&#xFC;rg Lempen, J&#xFC;rg von Allmen. SCHNITT: Kornelija Naraks. VERLEIH: Dschoint Ventschr Filmproduktion (Z&#xFC;rich). WELTRECHTE: Dschoint Ventschr Filmproduktion (Z&#xFC;rich).<br xmlns=""/>
DCP 16:9, Farbe / Schwarzweiss, 52 min, Schweizerdeutsch / Deutsch / Englisch / Franz&#xF6;sich / Portugiesisch.<br xmlns=""/>]]></content:encoded></item><item rdf:about="http://www.cinemabuch.ch/in-eigener-sache-1/ausschreibung-cinema-59-das-ende.html"><title>Ausschreibung Cinema 59: Das ENDE</title><link>http://www.cinemabuch.ch/in-eigener-sache-1/ausschreibung-cinema-59-das-ende.html</link><description>

CINEMA 59, das im Januar 2014 erscheint, widmen wir dem ENDE, in der ganzen Breite des Themas: narratologisch, film- und...</description><dc:date>2013-03-25T17:08:41Z</dc:date><dc:creator>Senta van de Weetering</dc:creator><dc:subject>In eigener Sache</dc:subject><content:encoded><![CDATA[<img xmlns="" src="http://www.cinemabuch.ch/files/images/2013/3/mob499_1364231752.jpg" alt="The End" title="The End"/><br xmlns=""/>
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CINEMA 59, das im Januar 2014 erscheint, widmen wir dem ENDE, in der ganzen Breite des Themas: narratologisch, film- und kinogeschichtlich, &#xE4;sthetisch ...<br xmlns=""/>
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Das Ende, so will es eine vers&#xF6;hnliche Lebensweisheit, sei stets der Anfang von etwas Neuem. Nicht so im Kino. Hier ist das Ende das Ende. The End. Fin. &#x2013; Abspann &#x2013; Lichter &#x2013; Alltag. Oder doch nicht? Es soll ja Filme geben, die lange &#xFC;ber den Abspann hinaus nachwirken. Was aller-dings nichts mit ihrem Schluss zu tun haben muss. Aber immerhin: Vielleicht ist das Ende doch auch im Kino nicht das Ende. Aber auf jeden Fall ist es eine bedenkenswerte Sache.<br xmlns=""/>
Narratologisch vermag das Ende viel. Eine Geschichte abschliessen. Eine Geschichte nicht ab-schliessen. Einer Geschichte einen neuen Dreh geben. Zum Anfang der Videoinstallation &#xFC;berleiten. Das Sequel vorbereiten. Spannung aufbauen, damit das Publikum den Fernseher bei der n&#xE4;chsten Episode wieder einschaltet. Genres, Str&#xF6;mungen und Epochen haben ihre Konven-tionen, was den Schluss betrifft, und wie immer k&#xF6;nnen diese erf&#xFC;llt oder verweigert werden, und beides kann so missgl&#xFC;cken, dass es r&#xFC;ckwirkend den ganzen Film ruiniert. Manche Werke wol-len auch einfach zu keinem Abschluss kommen &#x2013; womit sie gleichzeitig die Frage aufwerfen, warum der Schluss klassischerweise nach 90 Minuten kommt. Und ob das Ende wirklich durch die Narration, oder m&#xF6;glicherweise auch durch die Produktionsbedingungen erzwungen wird.<br xmlns=""/>
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Andererseits geht in der Film- und Kinogeschichte vieles zur Neige: Moden, Stile, Epochen, Techniken, Produktionsprozesse und Projektionsweisen, vom Ende des Stummfilms bis zum Ende des Celluloids. Manche Filmproduktionen andererseits finden ein Ende, bevor der Film &#xFC;-berhaupt zu einem Abschluss kommen konnte.<br xmlns=""/>
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Wir suchen f&#xFC;r CINEMA 59 Beitr&#xE4;ge, die sich mit bestimmten Aspekten des Themas &#x2013; gerne auch solchen, die wir in der Ausschreibung vergessen haben &#x2013; auseinandersetzen. Das Jahr-buch richtet sich an ein filminteressiertes Publikum. In der Form gibt es grosse Freiheit, vom essayistischen Text bis zur wissenschaftlichen Abhandlung, von der Glosse bis zum Fotoessay. Die Textl&#xE4;nge soll 25&#x2018;000 Zeichen &#x2013; inklusive der sparsam eingesetzten Fussnoten &#x2013; nicht &#xFC;ber-schreiten.<br xmlns=""/>
Bitte schickt eure Ideenskizze bis zum 20. April an die Mailadresse jahrbuchcinema@gmx.ch oder an ein Redaktionsmitglied. Wir sind gespannt auf kreative Vorschl&#xE4;ge.<br xmlns=""/>
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Redaktion CINEMA: Tereza Fischer-Smid, Simon Meier, Bettina Spoerri, Anna-Katharina Strau-mann, Matthias Uhlmann, Senta van de Weetering<br xmlns=""/>
<br xmlns=""/>]]></content:encoded></item><item rdf:about="http://www.cinemabuch.ch/aktuelle_nummer/cinema-58-buchvernissage.html"><title>CINEMA 58, Buchvernissage</title><link>http://www.cinemabuch.ch/aktuelle_nummer/cinema-58-buchvernissage.html</link><description>

Cinema 58 ist da!
Die Buchvernissage findet an den Solothurner Filmtagen im Rahmen des Podiumsgespr&#xE4;ches &#xAB;Nackte...</description><dc:date>2013-01-23T11:33:02Z</dc:date><dc:creator>Redaktion</dc:creator><dc:subject>Aktuelle Ausgabe</dc:subject><content:encoded><![CDATA[<img xmlns="" src="http://www.cinemabuch.ch/files/images/2013/1/mob498_1358941763.jpg" alt="Cinemabuch 58 Cover" title="Cinemabuch 58 Cover"/><br xmlns=""/>
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Cinema 58 ist da!<br xmlns=""/>
Die Buchvernissage findet an den Solothurner Filmtagen im Rahmen des Podiumsgespr&#xE4;ches &#xAB;<b xmlns="">Nackte Haut im Schweizer Film</b>&#xBB; statt<br xmlns=""/>
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am Samstag, 26.01.13, 21:00&#x2013;23:30 Uhr<br xmlns=""/>
im Kino Capitol, Solothurn<br xmlns=""/>
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Zutritt ab 18 Jahren - es werden Filmausschnitte gezeigt.<br xmlns=""/>
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Moderiert wird das Podiumsgespr&#xE4;ch von Matthias Uhlmann, dessen Beitrag zum Thema &#x2013; &#xAB;&#x2039;Der Vater von all dem&#x203A; - die Naturistenfilme des Schweizers Werner Kunz&#xBB; &#x2013; im CH-Fenster des Cinema 58 erschienen ist.<br xmlns=""/>
<b xmlns="">Podium Nackte Haut im Schweizer Film</b><br xmlns=""/>
&#xDC;ber Freiz&#xFC;gigkeit im Film &#x2013; Ver&#xE4;nderungen und Konstanten der Kritik. Schweizer Filmbeispiele aus den letzten sechzig Jahren und Podium mit Branchenvertretern und Filmschaffenden &#xFC;ber die Rahmenbedingungen. Im Anschluss Premiere eines aktuellen Kurzfilms. In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Cinema CH und dem Filmjahrbuch CINEMA.<br xmlns=""/>]]></content:encoded></item><item rdf:about="http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/oliver-schwarz-traumfrau.html"><title>Oliver Schwarz: Traumfrau</title><link>http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/oliver-schwarz-traumfrau.html</link><description>

Die Liebe treibt manchmal eher seltsame Bl&#xFC;ten. Wie etwa im Fall von Dirk und seiner Jenny. Oliver Schwarz...</description><dc:date>2013-01-22T14:25:21Z</dc:date><dc:creator>Thomas Hunziker</dc:creator><dc:subject>S&#xE9;lection CINEMA</dc:subject><content:encoded><![CDATA[<img xmlns="" src="http://www.cinemabuch.ch/files/images/2013/1/mob496_1358940669.jpg" alt="" title=""/><br xmlns=""/>
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Die Liebe treibt manchmal eher seltsame Bl&#xFC;ten. Wie etwa im Fall von Dirk und seiner Jenny. Oliver Schwarz portr&#xE4;tiert diese ungew&#xF6;hnliche Beziehung in seinem ber&#xFC;hrend intimen Dokumentarfilm <i xmlns="">Traumfrau</i>.<br xmlns=""/>
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Morgens liegt sie neben Dirk im Bett. Wenn er am Tisch sein Abendessen einnimmt, sitzt sie neben ihm. Auch die Badewanne teilt sie manchmal mit ihm. Doch so normal sich das harmonische Leben von Dirk und seiner Jenny anh&#xF6;rt, so ungew&#xF6;hnlich ist diese Partnerschaft. Die dunkelhaarige Sch&#xF6;nheit, mit der Dirk seine Wohnung teilt, ist n&#xE4;mlich aus Silikon. Eigentlich v&#xF6;llig leblos. Doch wenn Dirk von dieser Beziehung zu berichten beginnt, dann sind pl&#xF6;tzlich von beiden Seiten Emotionen im Spiel.<br xmlns=""/>
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Regisseur Oliver Schwarz dokumentiert diese auf den ersten Blick eigenartige Beziehung in ruhigen Bildern, die nur allm&#xE4;hlich die Besonderheit enth&#xFC;llen. Zun&#xE4;chst sind von der Traumfrau nur Details zu erkennen. Dann ist zu sehen, wie Dirk seine Traumfrau aus Kunststoff z&#xE4;rtlich mit Puder pflegt, mit ihr kuschelnd vor dem Fernseher sitzt oder sie sorgsam einkleidet. Auf der Tonspur ert&#xF6;nen derweil die &#xDC;berlegungen von Dirk, der sich sehr wohl bewusst ist, dass seine Liebe zu Jenny nicht gerade allt&#xE4;glich ist und die M&#xF6;glichkeiten mit ihr beschr&#xE4;nkt sind. Die Stimmen im Kopf erzeugen jedoch Gef&#xFC;hle, denen er sich nicht entziehen kann. Der Mann im mittleren Alter reflektiert trotzdem ganz realistisch seine Position im Leben, und er beschreibt, wie die Frau aus Silikon f&#xFC;r ihn eine Rettung aus der Depression war. Dabei zeigt er sich zwischendurch selbst erstaunt: &#xAB;Das Faszinierende ist halt immer wieder, was ich nicht f&#xFC;r m&#xF6;glich gehalten hab, dass ein K&#xF6;rper, der sich nicht bewegt, das alles ausl&#xF6;sen kann.&#xBB;<br xmlns=""/>
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Obschon Oliver Schwarz den beiden Protagonisten seines Dokumentarfilms f&#xFC;r gew&#xF6;hnlich sehr nahe kommt, gelingt es ihm dennoch, eine respektvolle Distanz zu wahren und niemals auf voyeuristische Weise in das Leben einzudringen. Da Dirk seine Situation selbst kommentiert, l&#xE4;sst der Filmemacher das Publikum vielmehr an den aufw&#xFC;hlenden Emotionen teilhaben, w&#xE4;hrend er durch die behutsame Inszenierung f&#xFC;r eine delikate Balance zwischen Enth&#xFC;llung und Diskretion sorgt.<br xmlns=""/>
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So eigenartig die Beziehung erscheinen mag, am Ende handelt Traumfrau von mehr als von einem Mann und seiner Puppe. Der kurze Dokumentarfilm ist durch die Selbstverst&#xE4;ndlichkeit, mit der Schwarz die Situation beschreibt, ein Pl&#xE4;doyer f&#xFC;r verschiedene Arten der Liebe. An den Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur wurde das einf&#xFC;hlsame Werk mit dem Preis f&#xFC;r den besten Schweizer Schulfilm ausgezeichnet. Ausserdem wurde er an den Solothurner Filmtagen gezeigt und in den Kurzfilmwettbewerb &#xAB;Berlinale Shorts&#xBB; aufgenommen.<br xmlns=""/>
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PRODUKTION: Studienrichtung Video &#x2013; Hochschule Luzern. BUCH/REALISATION/TON: Oliver Schwarz. KAMERA: Andi Widmer. SCHNITT: Stefan K&#xE4;lin. MUSIK: Marcel Vaid. VERLEIH/WELTRECHTE: Hochschule Luzern.<br xmlns=""/>
Farbe, 20 Minuten, Deutsch.<br xmlns=""/>]]></content:encoded></item><item rdf:about="http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/paul-bowles-the-cage-door-is-always-open-daniel-young.html"><title>Paul Bowles: The Cage Door is Always Open [Daniel Young]</title><link>http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/paul-bowles-the-cage-door-is-always-open-daniel-young.html</link><description>

1930er Jahre, New York: Der amerikanische Schriftsteller und Musiker Pauls Bowles ist eine wichtige Figur des lokalen...</description><dc:date>2012-10-03T16:32:59Z</dc:date><dc:creator>Simon Meier</dc:creator><dc:subject>S&#xE9;lection CINEMA</dc:subject><content:encoded><![CDATA[<img xmlns="" src="http://www.cinemabuch.ch/files/images/2012/10/mob494_1349282082.jpg" alt="Paul Bowles: The Cage Door is Always Open" title="Paul Bowles: The Cage Door is Always Open"/><br xmlns=""/>
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1930er Jahre, New York: Der amerikanische Schriftsteller und Musiker Pauls Bowles ist eine wichtige Figur des lokalen K&#xFC;nstlermilieus. Mit dem Buch The Sheltering Sky schafft er 1949 den Durchbruch. Doch nun, auf dem scheinbaren H&#xF6;hepunkt seiner Karriere, kehrt er dem Westen den R&#xFC;cken und beginnt in Marokko ein neues Leben. Illustre Pers&#xF6;nlichkeiten wie Truman Capote, Tennessee Williams oder William S. Burroughs folgen ihm in die Hafenstadt Tanger, an der Strasse von Gibraltar. Bowles ist homosexuell und lebt in einer kollegialen Ehe mit der lesbischen Schriftstellerin Jane Auer, mit der er die Leidenschaft f&#xFC;r das Schreiben teilt. Nach einer anf&#xE4;nglichen Liebschaft wird die Ehe zu einem platonischen B&#xFC;ndnis, und entwickelt sich weiter zu einem Kr&#xE4;ftemessen, das zu einer Zerreissprobe f&#xFC;r Jane wird. Paul hat ein l&#xE4;ngeres Verh&#xE4;ltnis mit einem athletischen, eigenwilligen Marokkaner, Jane findet Halt im leidenschaftlichen, doch nicht immer einfachen Verh&#xE4;ltnis zur dominanten Cherifa, die ihre Haush&#xE4;lterin wird.<br xmlns=""/>
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Paul bet&#xE4;tigt sich als Dokumentarist marokkanischer Volkssagen und Musik. Er sammelt Geschichten und &#xFC;bersetzt sie ins Englische. Zum Schreiben berauscht er sich regelm&#xE4;ssig mit einer lokalen Droge. Paul ist auch Komponist. Er schafft zahlreiche Variationen f&#xFC;r Klavier, die einen suchenden Gestus aufweisen. Die eigentliche Konstante in Pauls Leben ist aber das Reisen. In diesem Drang zum Reisen findet sich sowohl die Flucht vom Bekannten, von fest gefahrenen Strukturen und Alltag wieder, als auch ein Fliehen vor sich selbst. Paradoxerweise ist diese Selbstflucht eine Suche nach dem eigenen Selbst. Bowles greift in seinen Werken Ideen des franz&#xF6;sischen Existenzialismus auf. Dieser steht f&#xFC;r den freien Entwurf des Lebens, die Wichtigkeit pers&#xF6;nlicher Entscheidungen, den Zwang zur Freiheit. Der Existenzialismus negiert die Determiniertheit des Menschen. Nicht eine h&#xF6;here Bestimmung leitet uns, sondern der eigene Wille. Diese Ideen f&#xFC;hrt Bowles in The Sheltering Sky aus, wo sich der Protagonist, auf der Flucht vor der Zivilisation, in der afrikanischen W&#xFC;ste wiederfindet aber auch hier nicht mehr in sich entdeckt als zuvor.<br xmlns=""/>
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Der Film ist eine Montage aus Interviews mit Freunden der Bowles und Literaturwissenschaftlern, erg&#xE4;nzt durch Fotografien und Filmausschnitte aus Naked Lunch und The Sheltering Sky. Animierte Collagen kommentieren das Leben Paul Bowles pointiert. Den Rahmen bildet ein Gespr&#xE4;ch David Youngs mit dem Schriftsteller kurz vor dessen Tod. Der Filmemacher befragt den im Bett liegenden, schwer atmenden Bowles &#xFC;ber sein Leben und die Motive seines Wirkens. So n&#xE4;hert sich der Film sukzessive der Person Paul Bowles an, zeigt die Strukturen die ihn pr&#xE4;gten und die Entscheidungen, die er selber bewusst f&#xE4;llte. Musikalisch fasziniert der Film durch die zahlreichen Klaviervariationen Bowles, die dem Film unterlegt sind. Zum Schluss gefragt, was er &#xFC;ber den Kosmos denke, erwidert er ganz im Sinne seiner existentialistischen Lebenshaltung, die Metaphysik, Theologie und alle grossen Entw&#xFC;rfe ablehnt: &#xAB;Was f&#xFC;r eine dumme Frage.&#xBB;<br xmlns=""/>
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PRODUKTION HesseGreutert Film, This Brunner, Topicfilm Manufaktur, This Brunner, Stanley Buchthal, Simon Hesse, Andres Br&#xFC;tsch, Valentin Greutert (Schweiz) 2012. BUCH: Daniel Young. REGIE: Daniel Young. KAMERA: Juh&#xE1;z Imre. TON: Csaba Kalot&#xE1;as. Musik: Csaba Kalot&#xE1;as. ANIMATION: Robin Bushell, William Crook. VERLEIH: Look Now! (Z&#xFC;rich). WELTRECHTE: HesseGreutert Film (Z&#xFC;rich). DCP, Farbe / Schwarzweiss, 89 min, Englisch.]]></content:encoded></item><item rdf:about="http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/avanti-emmanuelle-antille.html"><title>Avanti [Emmanuelle Antille]</title><link>http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/avanti-emmanuelle-antille.html</link><description>

L&#xE9;a arbeitet in einem Elektronikgesch&#xE4;ft. Einer ihrer Arbeitskollegen ist ihr Geliebter. Ihre ganze F&#xFC;rsorge...</description><dc:date>2012-10-03T15:40:47Z</dc:date><dc:creator>Simon Meier</dc:creator><dc:subject>S&#xE9;lection CINEMA</dc:subject><content:encoded><![CDATA[<img xmlns="" src="http://www.cinemabuch.ch/files/images/2012/10/mob493_1349279078.jpg" alt="Avanti" title="Avanti"/><br xmlns=""/>
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L&#xE9;a arbeitet in einem Elektronikgesch&#xE4;ft. Einer ihrer Arbeitskollegen ist ihr Geliebter. Ihre ganze F&#xFC;rsorge und Zeit schenkt sie aber ihrer Mutter Suzanne. Diese ist aus unbekannten Gr&#xFC;nden nicht mehr wie fr&#xFC;her, sondern verh&#xE4;lt sich autistisch, kindlich und ist in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Die Mutter k&#xFC;mmert sich nun nicht mehr um die Tochter, sondern die Tochter - unterst&#xFC;tzt von Vater und Tante - um die Mutter. L&#xE9;a widerstrebt es, dass ihre Familie ihre Mutter als Verr&#xFC;ckte abstempelt. Denn trotz ihres abnormalen Verhaltens ist Suzanne gl&#xFC;cklich, lacht oft und hat einen kindlichen Spielsinn.<br xmlns=""/>
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Lea verbringt viel Zeit damit, das Verhalten ihrer Mutter mit einer Handkamera &#xFC;ber die Jahre hinweg zu dokumentieren und betrachtet in ihrem verdunkelten Zimmer ihre Aufnahmen. Wie sie fr&#xFC;her war und heute ist. Als Lea Suzanne wieder zur&#xFC;ck in die Klinik bringen soll, fasst sie einen spontanen Entschluss: Sie f&#xE4;hrt mit ihr quer durchs Land, um ihrer Mutter wieder n&#xE4;her zu kommen und selber dem Alltag zu entfliehen.<br xmlns=""/>
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Narrativ ist der Film in zwei Teile gegliedert. Da ist die Reise von Mutter und Tochter und das zugeh&#xF6;rige Pr&#xE4;ludium, in dem Suzanne &#x2013; brillant gespielt von Hanna Schygulla &#x2013; immer wieder in kindliche Streiche und Exzesse ausbricht. Pl&#xF6;tzlich f&#xE4;ngt sie an ihre Jacke auszuziehen und &#xFC;ber ihrem Kopf herumzuschwingen, versteckt sich vor Lea und der Tante unter dem Balkon des Hauses, um schelmisch, zufrieden l&#xE4;chelnd wieder gefunden zu werden. Die Gliederung wird auch durch die Film&#xE4;sthetik gespiegelt: Eingeschoben in die Haupthandlung sind k&#xF6;rnige, farbtrunkene Super-8-Aufnahmen, die ein junges M&#xE4;dchen mit ihrer Mutter in verschiedensten Situationen zeigen. Die Mutter wirkt f&#xFC;rsorglich, gew&#xF6;hnlich, das M&#xE4;dchen gl&#xFC;cklich. In der filmischen Gegenwart ist L&#xE9;a hin und hergerissen zwischen der liebenswerten, kindlich verr&#xFC;ckten Art ihrer Mutter, und ihren pl&#xF6;tzlich ausbrechenden Unverantwortlichkeiten und Trotzhaltungen. Mit der Handkamera, die Lea immer dabei hat, dokumentiert sie ihre Mutter. Die Kamera wirkt wie ein medizinisches Instrument, mit dem die Tochter die Psyche ihrer Mutter zu begreifen versucht.<br xmlns=""/>
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W&#xE4;hrend der Auto-Odyssee zweigen die beiden pl&#xF6;tzlich in einen Wald ein und finden sich an einem versteckten See wieder, an dem sich ein vergessenes Jugendlokal der Mutter befindet. Ausdrucksstark verdeutlicht der Film ein Mal mehr den Gegensatz zwischen Leas und Suzannes Verhalten: Suzanne tanzt ohne Hemmungen mit mehreren M&#xE4;nner im Lokal vor der Jukebox. L&#xE9;a steht an der Bar und schaut ihrer Mutter am&#xFC;siert zu, versucht ihre eigenen Anwerber aber abzuwimmeln. Diese Szene markiert einen der Schl&#xFC;sselmomente des Films. Sie versinnbildlicht, wie die Vorstellungen &#xFC;ber Normalit&#xE4;t und Alterit&#xE4;t gesellschaftlich konstruierten Wertvorstellungen unterliegen. Die Verk&#xF6;rperung der wahnsinnige Mutter unterl&#xE4;uft bestimmte soziale Normen und hinterfragt eben diese normativen Grunds&#xE4;tze zugleich. Dies pointiert aufzuzeigen, ist die St&#xE4;rke des Films.<br xmlns=""/>
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PRODUKTION Box Productions s&#xE0;rl, Versus Production, RTS Radio T&#xE9;l&#xE9;vision Suisse, Elena Tatti, Thierry Spicher (Schweiz/Belgien) 2012. BUCH: Emmanuelle Antille. REGIE: Emmanuelle Antille. KAMERA: St&#xE9;phane Kuthy. TON: Eric Ghersinu, Julie Brenta, Manu de Boissieu. SCHNITT: Anne-Laure Gu&#xE9;gan. DARSTELLERINNEN: Hanna Schygulla, Nina Meurisse, Miou-Miou, Jean-Pierre Gos, Monique M&#xE9;linand, Christophe R&#xE9;veille. VERLEIH: Filmcoopi Z&#xFC;rich. WELTRECHTE: Box Productions s&#xE0;rl (Renens). DCP, Farbe, 85 min, Franz&#xF6;sisch.]]></content:encoded></item><item rdf:about="http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/appassionata-christian-labhart.html"><title>Appassionata [Christian Labhart]</title><link>http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/appassionata-christian-labhart.html</link><description>

Die Pianistin Alena Cherny wohnt seit 15 Jahren in der Schweiz. Ihr Leben ist der Musik gewidmet. Als Konzertpianistin hat...</description><dc:date>2012-10-03T15:29:50Z</dc:date><dc:creator>Simon Meier</dc:creator><dc:subject>S&#xE9;lection CINEMA</dc:subject><content:encoded><![CDATA[<img xmlns="" src="http://www.cinemabuch.ch/files/images/2012/10/mob492_1349278330.jpg" alt="Appassionata" title="Appassionata"/><br xmlns=""/>
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Die Pianistin Alena Cherny wohnt seit 15 Jahren in der Schweiz. Ihr Leben ist der Musik gewidmet. Als Konzertpianistin hat sie Auftritte in der ganzen Welt, ist zudem aber auch Klavierlehrerin und Mutter einer Tochter. Cherny versteht es wie alle guten Pianisten, jede Facette ihrer eignen Person in ihr Klavierspiel einfliessen zu lassen: &#x201E;Mit den Worten kann man l&#xFC;gen, mit den T&#xF6;nen nicht.&#x201C; Christian Labhart begleitet die Pianistin auf ihrer Reise zur&#xFC;ck in ihre Heimat Ukraine, wo sie &#xFC;ber zwanzig Jahre ihres Lebens verbrachte. Der Musikschule ihres Heimatdorfes m&#xF6;chte sie einen neuen Fl&#xFC;gel schenken. Diese Handlung bildet den Rahmen der Geschichte.<br xmlns=""/>
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Der Film ist eine ber&#xFC;hrende Reise, der viele Klassiker der Klaviermusik mit einem pers&#xF6;nlichen Schicksal verkn&#xFC;pft. Was f&#xFC;r eine Bedeutung hat z.B. Bachs "Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ" f&#xFC;r die Pianistin? An einer Orgel sitzend erkl&#xE4;rt sie Labhart, wie die verschiedenen Stimmen des St&#xFC;ckes den Text des Kirchenlieds aufnehmen. In Solaris montierte Tarkowski das Lied mit surrealen Bildern, und schuf f&#xFC;r Cherny so einen pr&#xE4;genden Moment ihrer Kindheit, in der sie die Liebe zur klassischen Musik entdeckte: Ein Leuchter mit brennenden Kerzen fliegt durch die Luft, danach auch die Frau und der Mann im Hintergrund. Zusammen mit Bachs Musik entsteht einer jener magischen Momente, die Kunst so wertvoll macht. Jedes Musikst&#xFC;ck erz&#xE4;hlt eine Geschichte, betont Cherny. Diese manchmal offenkundigen, manchmal versteckten Geschichten, versucht sie in allen ihrer Interpretationen herauszuarbeiten. Die Reise zur&#xFC;ck in die eigene Jugend ist gleichzeitig ein Wiederaufleben des Jahrzehnts im Internat, in das Cherny als neunj&#xE4;hriges M&#xE4;dchen geschickt wurde. Hier lebte sie f&#xFC;r zehn Jahre auf engstem Raum mit den Mitsch&#xFC;lerinnen des Musik Eliteinternats, erlebte Qu&#xE4;lereien und seelische Einsamkeit. Die Reise ist auch eine eindr&#xFC;ckliche Fahrt in die Sperrzone von Tschernobyl, wo sie in der Geisterstadt Pripjat in einem v&#xF6;llig zerfallenen Konzertsaal auf den &#xDC;berresten eines Fl&#xFC;gels musiziert. Den Geigenz&#xE4;hler griffbereit. Auf der Fahrt dorthin erkl&#xE4;rt sie Labhart, dass sie hier ihre Vergangenheit nicht mehr wiedererkennen k&#xF6;nne. F&#xFC;r ihn, den Dokumentarfilmer, sei der Kommunismus eine Idee, ein Konstrukt. F&#xFC;r sie sei er eine Realit&#xE4;t gewesen, die nun nicht mehr existiere.<br xmlns=""/>
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Nach dem Chernobly Zwischenfall erkrankte Alena an Leuk&#xE4;mie und migrierte in den Westen. Die Tochter liess sie bei den Eltern in der Ukraine. Wieder zur&#xFC;ck in ihrem Herkunftsdorf Romny wird der Fl&#xFC;gel mit einer grossen Feier in Empfang genommen. Ebenso Alena selbst, die nun mit ihrem Klavier einen Teil von sich selbst in ihrer Heimat lassen will. Der Film zeigt eindr&#xFC;cklich welche emotionale Kraft und Tiefe Klaviermusik zu entfalten vermag, wieviel Musik, trotz ihrer Abstraktheit, auszudr&#xFC;cken vermag. Ohne sie w&#xE4;re auch das Kino nicht was es ist.<br xmlns=""/>
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PRODUKTION Riniker Communications, Schweizer Radio und Fernsehen, Paul Riniker (Schweiz) 2012. BUCH: Christian Labhart. REGIE: Christian Labhart. KAMERA: Gabriel Sandru. TON: Reto Stamm, Dieter Lengacher, Dieter Lengacher. SCHNITT: Caterina Mona. VERLEIH: Look Now! (Z&#xFC;rich). WELTRECHTE: Riniker Communications (Z&#xFC;rich). DCP, Farbe, 83 min, Deutsch, Ukrainisch, Russisch, Englisch.]]></content:encoded></item><item rdf:about="http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/mary-johnny-samuel-schwarz-julian-gruenthal.html"><title>Mary &amp; Johnny [Samuel Schwarz, Julian Gr&#xFC;nthal]</title><link>http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/mary-johnny-samuel-schwarz-julian-gruenthal.html</link><description>

2010, eine Nacht am Z&#xFC;rcher Volksfest &#xAB;Z&#xFC;ri F&#xE4;scht&#xBB;: Das junge Paar Mary und Johnny verkracht sich,...</description><dc:date>2012-10-02T14:08:37Z</dc:date><dc:creator>Ren&#xE9; M&#xFC;ller</dc:creator><dc:subject>S&#xE9;lection CINEMA</dc:subject><content:encoded><![CDATA[<img xmlns="" src="http://www.cinemabuch.ch/files/images/2012/10/mob491_1349187242.jpg" alt="Mary &amp; Johnny" title="Mary &amp; Johnny"/><br xmlns=""/>
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2010, eine Nacht am Z&#xFC;rcher Volksfest &#xAB;Z&#xFC;ri F&#xE4;scht&#xBB;: Das junge Paar Mary und Johnny verkracht sich, weil Johnny, der gerade seinen Job in einem Elektronik-Discounter verloren hat, nicht in Partylaune ist. Die beiden irrlichtern in Folge getrennt durch das Festget&#xFC;mmel. Die aufgekratzte Mary ger&#xE4;t rasch an andere M&#xE4;nner; der Playboy Hostettler macht ihr sch&#xF6;ne Augen und ein schmieriger Fussball-Manager hat es ebenfalls auf sie abgesehen. W&#xE4;hrenddessen zieht Johnny mit seinem Kumpel Mischa und dessen Freundin um die Buden. Doch treffen Mary und Johnny immer wieder aufeinander und mit steigendem Alkoholpegel und zu vorger&#xFC;ckter Stunde spitzen sich die Geschehnisse rasch zu.<br xmlns=""/>
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"Mary &amp; Johnny" ist der erste Langspielfilm von Samuel Schwarz und Julian M. Gr&#xFC;nthal. Seit mehreren Jahren arbeiten sie auch bei der Theatergruppe 400asa zusammen. In nur neun N&#xE4;chten haben sie "Mary &amp; Johnny" mit einfachen Mitteln gedreht (davon drei Nachtdrehs mitten im Geschehen des &#xAB;Z&#xFC;ri F&#xE4;scht&#xBB;). Als Vorlage f&#xFC;r das ohne &#xF6;ffentliche Gelder finanzierte Projekt dient das Theaterst&#xFC;ck &#xAB;Kasimir und Karoline&#xBB; von &#xD6;d&#xF6;n von Horvath, das in der Zeit nach der Weltwirtschaftskrise von 1929 spielt. Dieser Hintergrund war wohl Hauptmotivation f&#xFC;r Schwarz und Gr&#xFC;nthal, sich gerade diesem Stoff anzunehmen &#x2013; sind die wirtschaftlichen Verh&#xE4;ltnisse achtzig Jahre sp&#xE4;ter doch auf nicht un&#xE4;hnliche Weise wiederum prek&#xE4;r.<br xmlns=""/>
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Die tragisch endende Geschichte wird aus der Perspektive von Johnnys Freund Mischa erz&#xE4;hlt: Mischa f&#xFC;hrt selbstreflexiv und betont subjektiv durch den Film &#x2013; so mault er etwa im Vorspann, es handle sich bei "Mary &amp; Johnny" um einen schmuddeligen, kleinen Film mit geilem Sound. Als Erz&#xE4;hler h&#xE4;lt er die lockere, episodenhafte Handlung zusammen. Doch je mehr sich die Figuren w&#xE4;hrend dieser Nacht in Eifersucht, Drogen, Sex und Gewalt verlieren, desto gleichg&#xFC;ltiger l&#xE4;sst einen deren Schicksal. Gleichwohl verm&#xF6;gen die Cinema-Direct-&#xC4;sthetik und das &#xFC;berraschend zusammengestellte Ensemble, durchgehend zu bestechen. Allen voran die ehemalige Miss-Schweiz Nadine Vinzens, sie spielt die Mary hinreissend unpr&#xE4;tenti&#xF6;s. Auch Philippe Graber als Johnny ("Der Freund") und Nils Althaus ("Eine wen iig, dr D&#xE4;llebach Kari") als Hostettler sind Idealbesetzungen. F&#xFC;r seine Verk&#xF6;rperung des cholerischen Mischa war Marcus Signer 2012 f&#xFC;r den Schweizer Filmpreis Quartz in der Kategorie &#xAB;Beste Darstellung in einer Nebenrolle&#xBB; nominiert. "Mary &amp; Johnny" wurde von der Kritik sowohl in der Schweiz wie auch in Deutschland sehr positiv aufgenommen. &#x2013; Zurecht, wenn man bedenkt, wie frisch Konzept und &#xC4;sthetik im Vergleich zu anderen Schweizer Produktionen daherkommen. Insofern ist "Mary &amp; Johnny" tats&#xE4;chlich ein Highlight des aktuellen Schweizerischen Filmschaffens. Ein Film, der auf jeden Fall Lust auf mehr mutige Filmprojekte dieser Art macht.<br xmlns=""/>
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PRODUKTION Kamm(m)acher GmbH, Teleclub AG. PRODUZENTEN: Judith Lichtneckert, Meret Hottinger, Samuel Schwarz, Mohan S. Mani. BUCH: Samuel Schwarz. REGIE: Samuel Schwarz, Julian Gr&#xFC;nthal. KAMERA: Quinn Reimann. TON: Ivo Schl&#xE4;pfer, Daniel Hobi, Jean-Pierre Gerth. SCHNITT: Rolf Lang. MUSIK: Michael Sauter. VERLEIH Stamm-Film AG (Z&#xFC;rich). WELTRECHTE: Kamm(m)acher GmbH. Digital HD, Farbe, 77 Minuten, Schweizerdeutsch.]]></content:encoded></item><item rdf:about="http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/courage-greg-zglinski.html"><title>Courage [Greg Zglinski]</title><link>http://www.cinemabuch.ch/selection-cinema/courage-greg-zglinski.html</link><description>
Lange musste man warten, bis Greg Zglinski, der mit seinem Spielfilm &#x201E;Tout un hiver sans feu&#x201C; eine bereits sehr...</description><dc:date>2012-10-01T15:09:13Z</dc:date><dc:creator>Bettina Spoerri</dc:creator><dc:subject>S&#xE9;lection CINEMA</dc:subject><content:encoded><![CDATA[<img xmlns="" src="http://www.cinemabuch.ch/files/images/2012/10/mob490_1349104224.jpg" alt="Courage" title="Courage"/><br xmlns=""/>
Lange musste man warten, bis Greg Zglinski, der mit seinem Spielfilm &#x201E;Tout un hiver sans feu&#x201C; eine bereits sehr reife Arbeit vorgelegt hat und daf&#xFC;r verdientermassen auch mit dem Schweizer Filmpreis 2005 ausgezeichnet worden ist, ein neues Werk pr&#xE4;sentieren w&#xFC;rde. An den Solothurner Filmtagen im Januar 2012 war es dann soweit, und sogleich wurde der Film als der interessanteste neue Beitrag in der Schweizer Werkschau gehandelt. Aber weil &#x201E;Courage&#x201C; von Zglinski g&#xE4;nzlich in Polen, seinem Geburtsland, produziert wurde, traf er auf Schwierigkeiten f&#xFC;r eine Kinoauswertung in der Schweiz; bis im Herbst 1012 zumindest liess sich kein professioneller Schweizer Verleiher finden.<br xmlns=""/>
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Greg Zglinski, der auch in der Schweiz aufgewachsen ist, erz&#xE4;hlt in &#x201E;Courage&#x201C; eine moderne und zugleich archaisch anmutende Geschichte von zwei ungleichen Br&#xFC;dern in einer polnischen Agglomerationsgegend. Der &#xE4;ltere der beiden Br&#xFC;der, Alfred (Robert Wieckiewicz), ist scheinbar der mutigere von beiden, ein Draufg&#xE4;nger, der sich immer wieder beweisen muss, w&#xE4;hrend sich sein ruhigerer Bruder Jurek (Lukasz Simlat) auf die Modernisierung des gemeinsam geerbten Kabelfernseh-Unternehmen konzentriert. Doch dieses Rollenverh&#xE4;ltnis erweist sich eines Tages aufgrund eines entsetzlichen Ereignisses als Chim&#xE4;re. Detailgenau und eindringlich legt Zglinski zwei Arten von Mut dar: einen vordergr&#xFC;ndig gewagten, der im Ernstfall aber versagt &#x2013; und einen aus Gerechtigkeitsgef&#xFC;hl pl&#xF6;tzlich sich aufb&#xE4;umenden Mut, der keine Vorsichtsmassnahmen mehr kennt.<br xmlns=""/>
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Als die beiden Br&#xFC;der, da Alfreds Wagen eine Panne hat, den Zug in die Stadt nehmen, beobachten sie, wie eine Teenager-Bande eine junge Frau anp&#xF6;belt. Jurek geht dazwischen, w&#xE4;hrend sein Bruder vor Angst erstarrt &#x2013; und schockiert zusehen muss, wie Jurek aus dem fahrenden Wagen geworfen wird. Aus Scham verschweigt Alfred der Familie den wahren Hergang des Vorfalles. Doch dann taucht im Internet ein Handy-Video auf, das Alfreds Hilflosigkeit und Passivit&#xE4;t dokumentiert und entlarvt. Ist er, durch seine Unterlassung dringender Lebensrettung, indirekt seines Bruders M&#xF6;rder? Zglinski zeichnet das Psychogramm eines Mannes, der impulsiv und rau, aber auch &#xE4;ngstlich ist und lieber l&#xFC;gt, als seine Verletzlichkeiten und Ambivalenzen zu zeigen. Zglinski entwickelt das Schulddrama in langsamen Schritten, bis jene brutale Tat wie ein Beil alles entzweit und ein Zuheilen dieser tiefen Wunde unwahrscheinlich werden l&#xE4;sst. Kleine Gesten und Blicke, mit denen sich die Menschen gegenseitig misstrauisch beobachten und beobachtet werden, setzt dieser Film meisterhaft unaufdringlich in Szene.<br xmlns=""/>
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PRODUKTION: Opus Film, Lodz (PL). REGIE: Greg Zglinski. BUCH: Janusz Marganski, Greg Zglinski. KAMERA: Witold Plociennik. SCHNITT: Leszek Starzynski. TON: Michal Kosterkiewicz. MUSIK: Jacek Grudzien. DARSTELLER: Gabriela Muskala, Lukasz Simlat, Robert Wieckiewicz. VERLEIH: Opus Film (PL). Farbe, 84 Minuten. Polnisch; deutsche und franz&#xF6;sische Untertitel.<br xmlns=""/>]]></content:encoded></item></rdf:RDF>
