Carte Blanche [Heidi Specogna]

Von Doris Senn [ Sélection CINEMA ]
Carte Blanche

Der Titel wirkt unbelastet – der Einstieg ebenso: Ein afrikanischer Junge zupft auf seiner Saitentrommel im strömenden Regen eine eintönige Melodie. Doch hinter dem neusten Werk der Dokfilmerin Heidi Specogna – die 2006 für The Short Life of José Antonio Gutierrez mit dem Schweizer Filmpreis ausgezeichnet wurde – verbirgt sich ein düsteres Kapitel Gegenwartsgeschichte: Im Fokus stehen die Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die das Mouvement de Libération du Congo (MLC) in der Zentralafrikanischen Republik in den Jahren 2002 und 2003 unter der Führung von Jean-Pierre Bemba verübte.

Dazu nähert sich der Film den Leidtragenden jenes Kriegs an – vor allem Frauen –, lässt sie erzählen von den Plünderungen, Tötungen und Vergewaltigungen, die ihre Existenz zerstörten und auf immer prägen werden. Carte Blanche evoziert aber auch in ruhigen Bildern das Leben heute in ebendiesem afrikanischen Land und stellt diesen Aufnahmen diejenigen vom Prozess der juristischen Aufarbeitung an die Seite – im Land selbst, aber auch im fernen Den Haag.

Von diesen Kontrasten lebt der Film – an diesen reibt er sich aber auch: Carte Blanche behält zu fast allen Akteurinnen und Akteuren dieselbe Nähe, aber auch dieselbe Distanz – zu den meist namenlosen Opfern ebenso wie zur wohlhabenden Familie Bembes, welche die Regisseurin in ihrem Heim im Brüsseler Exil besucht. Darunter leidet letztlich die Emotionalität des Films. Zudem fehlt nicht nur – wie etwa in Marcel Schüpbachs La Liste de Carla (CH 2006), der die Arbeit des Internationalen Strafgerichts und besonders von Carla del Ponte im Kontext des Jugoslawienkriegs dokumentierte – eine Identifikationsfigur, Carte Blanche gibt auch die historischen Koordinaten der Vorkommnisse erst nach und nach bekannt und nimmt dazu eine gewisse Desorientierung der Zuschauer in Kauf, die sich erst im Lauf des Films lichtet.

Sind die Koordinaten dann aber gesetzt, folgen auf Betroffenheit Gefühle der Konsternation. Vor allem, als sich herauskristallisiert, dass die Geschehnisse nicht nur auf juristischer Ebene ungesühnt sind, sondern dass sie auch innerhalb der Gemeinschaft der Opfer unverarbeitet sind, ja dass diese jene ächtet (vergewaltigte Frauen werden nicht geheiratet!) oder dass die Verletzten noch Jahre später auf sich selbst gestellt sind. Etwa ein Mädchen, das noch immer an einer schmerzhaften (Schuss-)Wunde leidet, weil die Familie sich keine Behandlung leisten kann. So vermittelt der Film trotz seiner umsichtigen Annäherung an ein komplexes Thema vor allem Ohnmacht und Frustration – nicht zuletzt als klar wird, dass der mutmasslich Verantwortliche sich hinter Paragrafen verschanzt, die Verhandlung erneut aufgeschoben und wohl kaum je den Opfern auch nur annähernd Gerechtigkeit widerfahren wird.

PRODUKTION: PS Film (Zürich), Specogna Film (Berlin), SRF, Arte, WDR 2011. BUCH: Heidi Specogna, Sonja Heizmann. REALISATION: Heidi Specogna. SCHNITT: Anne Fabini. KAMERA: Johann Feindt, Thomas Keller. VERLEIH: Frenetic Films (Zürich). WELTRECHTE: PS Film (Zürich).
35mm, Farbe, 91 Minuten, Englisch, Französisch, Spanisch, Deutsch, Sango.

02.9.2011, 09:36 | Permalink

Bouton [Res Balzli]

Von Sonja Enz [ Sélection CINEMA ]
Bouton

«Tant qu'il y a Bouton, il y a de la vie», sagt Johana Bory. So eng ist die Verbindung zwischen der jungen Frau und ihrer selbsterschaffenen Handpuppe Bouton - so fragil ist aber auch das Fundament, auf dem ihr Leben baut: Johana Bory hat Brustkrebs im Endstadium. Der Berner Filmemacher Res Balzli begleitet die 33-jährige Schauspielerin in seinem Regiedebüt Bouton auf ihrem letzten Lebensabschnitt.
Wenn Johanna Bory farbenfroh gekleidet durch den kalten Tiefschnee stapft, ist dies ein poetisches Sinnbild für die Lebensfreude, die sie den traurigen Umständen zum Trotz bewahrt. Schon von Weitem leuchten der rote Mantel und die lila Mütze in der kargen, weiten Winterlandschaft. In der Hand trägt die junge Frau einen braunen Lederkoffer, darin befindet sich ihr bester Freund und Alter Ego: die aus schmutzig gelbem Stoff zusammengeflickte Handpuppe Bouton. Johana Bory ist durch ihre Auftritte mit Bouton bekannt geworden. Auf der Bühne erzählt sie mit dessen heiserer Stimme Märchen, erfindet Geschichten und bringt Kinder zum Lachen. Res Balzli weist dem «Knopf» klugerweise auch in seinem Film eine zentrale Rolle zu. Nicht monologischen Statements bilden die Grundlage seines Films, sondern (Selbst)Gespräche zwischen Johana und Bouton. Die liebenswerte Stoffpuppe stellt unverblümte Fragen und gibt erfrischende Antworten. So kehrt Johana Bory ihr Innerstes nach Aussen, ohne sich dabei vor der Kamera zu entblössen. Die berührenden, witzigen und überraschenden Dialoge verleihen Balzlis Film eine verspielte Leichtigkeit. Auch die Musik nimmt eine wichtige Rolle ein: Das Trio Norn untermalt den Film mit vielschichtige Gesängen und melancholische Melodien. Der Film erhält durch die Inszenierung der drei Musikerinnen eine märchenhafte, poetische Dimension: das Trio tritt in kunstvollen Gewändern als «Schicksalsschwestern» auf und verkörpert Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit.
Bouton ist keine Leidensgeschichte. Es ist ein stiller, umsichtiger und doch kraftvoller Film. Sein ruhiger, fliessender Rhythmus ist nicht zuletzt auch Dieter Fahrers zurückhaltender Kameraführung zu verdanken. Einige Aufnahmen stammen von Johanas Lebensgefährte Lukas Larcher - er hat mit seiner Kamera ganz persönliche, private Momente eingefangen.
Res Balzli, ein gelernter Sozialarbeiter, gibt mit Bouton sein Regiedebüt. Damit kommt er dem Wunsch seiner Protagonistin nach, noch einmal in einem Film mitspielen zu können. Trotz dieser persönlichen Motivation wahrt Balzli immer die nötige Distanz und so bietet sein Film einen intimen, aber rücksichtsvollen Einblick ohne falsche Sentimentalität. Es ist ihm ein feinsinniger Film gelungen, der behutsam zu den grossen Fragen des Lebens vordringt. erzählt von der Kunst, loszulassen und von der tröstlichen Fähigkeit, einem schweren Schicksal mit Würde und Humor entgegenzutreten.

PRODUKTION: Balzli & Fahrer GmbH (Bern), RTS, SRF, SRG SSR; Arte 2011. BUCH: Res Balzli. REGIE: Res Balzli. KAMERA: Dieter Fahrer. TON: Pedro Haldemann, Peter von Siebenthal. SCHNITT: Loredana Cristelli. MUSIK: Trio vocal Norm (Falvia Ravaud, Micha Sportelli, Lydie Auvray). VERLEIH: Moa Distribution (Lausanne). WELTRECHTE: First Hand Films (Zürich/Berlin).
HD CAM, Farbe, 78 Minuten, Französisch/Deutsch.

18.8.2011, 17:42 | Permalink

Manipulation [Alex Martin, Pascal Verdosci]

Von Bettina Spoerri [ Sélection CINEMA ]
Manipulation

Walter M. Diggelmanns Roman „Das Verhör des Harry Wind“ von 1962 spielte in den späten fünfziger Jahren und bezog sich auf den geheimen Plan zum Bau einer Atombombe und die heimliche Überwachung der eigenen Bevölkerung. Im Kern aber ging es um die Beeinflussbarkeit der öffentlichen Meinung mittels manipulierter Fakten und konstruierter Feinde: ein Thema, das gerade heute wieder brisant ist. Alex Martin und Pascal Verdosci haben sich an eine Filmversion des Stoffes gewagt, in der ein cleverer, aber windiger PR-Berater (Sebastian Koch) zum willigen Helfer der reaktionären Männer wird, die an den Hebeln der Macht sitzen. Sein Gegenspieler ist der Spezialagent Urs Rappold (Klaus Maria Brandauer), der kurz vor seiner Pensionierung steht und durch diesen Fall in seinem Wahrheitsverständnis tief verunsichert wird.

Alles beginnt mit einer Küchenschürze. Gemäss Harrys Geschichte – wie sie im Film erzählt wird – ist ihr durchsichtiger Stoff daran schuld, dass er schon als Kind den Glauben an den Wert der Wahrheit verlor. Sein Cousin, der mit ihm wie ein Bruder aufwuchs, wurde des Diebstahls beschuldigt, obwohl doch Harry der Schuldige war, der denn auch seine Tat gleich gestand. Aber die Mutter lehrte ihn, dass Tatsachen auch durch Manipulation hergestellt werden können: Sie führte ihn zu seinem leeren Sparschwein, zur Demonstration, dass er das Geld nicht aus der Ladenkasse entwendet hatte. Doch durch die Tasche der Küchenschürze seiner Mutter sah er den Geldschein schimmern, den sie dorthin gesteckt hatte… Aber ist diese Geschichte über die Korrumpierung einer Kinderseele erfunden? Jahre später jedenfalls hat Harry diese Lektion verinnerlicht.

Die filmische Umsetzung des explosiven Stoffs ist leider allzu zahm geraten. Zum einen schliesst die sorgfältige zeitgenaue Ausstattung von Franz Bauer eine Aktualisierung aus. Vor allem aber vertraut Manipulation nicht auf die Kraft der raffinierten Erzählweise des Romans und erklärt Zusammenhänge gleich mehrfach, was eine gewisse Zähflüssigkeit bewirkt. Der Film bleibt zudem gängigen Thriller-Konventionen verhaftet und setzt auf einen aufdringlichen Soundtrack. Immerhin tragen Brandauer und Koch in den Hauptrollen über manche Schwächen des Drehbuchs, das fast alle anderen Figuren vernachlässigt, hinweg. Der zwiespältige Eindruck, den der Film hinterlässt, bestätigt sich im Abspann. „Ein Film von Alex Martin“ steht da, sodann: „Regie: Pascal Verdosci“. Der Regisseur und der Mann, der bei diesem Projekt zugleich Autor und Produzent war und auch für den Schnitt verantwortlich zeichnet, haben sich zwar wieder zusammengerauft, damit die teure europäische Koproduktion doch noch fertiggestellt werden konnte. In Zukunft wollen sie aber getrennte Wege gehen. Das Seilziehen zwischen stark divergierenden Interpretations- und Regieansätzen ist dem Film anzumerken: Er entwickelt keine klare künstlerische Handschrift.

PRODUKTION: Sunvision Filmatelier Basel GmbH (Basel), Filmfonds.ch GmbH (Basel) 2011. BUCH: Alex Martin, Marion Reichert. REALISATION: Pascal Verdosci. KAMERA: Krzysztof Ptak. TON: Michael Hermann, Carsten Schmid. SCHNITT: Alex Martin. MUSIK: Peter Philippe Weiss, Burkhard Dallwitz. DARSTELLER: Klaus Maria Brandauer, Sebastian Koch, Thomas Douglas, Susanne Abelein, Markus Merz, VERLEIH: Elite Film AG (Zürich). WELTVERTRIEB: Filmfonds.ch GmbH (Basel).
35mm, Farbe, 90 Minuten, Deutsch.

26.7.2011, 10:58 | Permalink

Goodnight Nobody [Jacqueline Zünd]

Von Bettina Spoerri [ Sélection CINEMA ]
Goodnight Nobody

Die Nacht scheint ewig, wenn man nicht schlafen kann. Was das bedeutet und wie ein zu langer Wachzustand die Sinne beeinträchtigt, erkundet Jacqueline Zünd in Goodnight Nobody. Der Dokumentarfilm spürt den mentalen Auswirkungen der Krankheit Insomnia nach, indem er vier ganz unterschiedliche Menschen durch die Nacht begleitet und ihre Befindlichkeit nicht nur präsentiert, sondern zumindest annähernd nachvollziehbar macht. In Burkina Faso, in der Ukraine, in Shanghai und in Arizona wohnen die zwei Männer und zwei Frauen, deren Leben durch chronische Schlaflosigkeit stark beeinträchtigt wird: der Nachtwächter Jérémie, die Punkfrau Mila, die Krankenschwester Lin Yao und Fedor, ein älterer Mann, den Zeitungen auch schon als unheimliche Sensation dargestellt haben.

Kommentare der Betroffenen über ihren Zustand wechseln in Goodnight Nobody mit starken atmosphärischen Dämmerungs- und Nacht-Bildern: das Lichterspiel der Hausfassaden in der nur halb erleuchteten Metropole Shanghai, das Scheinwerferlicht und die Schatten auf verlassenen amerikanischen Strassen, das Grau des trostlosen Hinterlands in der Ukraine, kontrastiert mit dem Licht schwacher Birnen in kargen, ärmlichen Innenräumen, schwarzen Silhouetten von Radfahrern auf staubigem Untergrund in Burkina Faso.

Mutig ist der konsequente Verzicht der jungen Zürcher Filmemacherin auf Erklärungen des geheimnisvollen und erstaunlichen Insomnia-Phänomens. Dieses muss bis zum Schluss rätselhaft bleiben, denn die Regisseurin hat bewusst und klugerweise medizinische oder psychologische Definitionen und Deutungen weg gelassen. Allerdings erscheint trotz der Konzentration auf den Imsomnia-Zustand die geografisch weit ausgreifende – und nicht zuletzt auch sehr aufwändige – Auswahl der Protagonisten letztlich zu wenig zwingend, da der Film Gemeinsamkeiten und Verschiedenheiten nicht thematisiert. So erfährt man beispielsweise nicht, wie sich das Leben mit diesem stark beeinträchtigenden Phänomen an einem Ort von dem an einem anderen Ort unterscheidet und wie der Umgang damit sich durch kulturelle oder arbeitsspezifische Gegebenheiten verändert. Die schillernde Grauzone zwischen Wachzustand und Schlaf unterstreicht aber Marcel Vaids subtile Musikkomposition (für die er bereits zum zweiten Mal mit dem Schweizer Filmpreis in dieser Sparte ausgezeichnet wurde), die die schiere Unerträglichkeit eines andauernden Zwangs zum Wach-Sein mit sirrenden, pochenden, schwebenden Klängen beinahe physisch spürbar macht. Der langsame Rhythmus des Films und die unwirklichen Szenerien erzeugen einen hypnotisierenden Sog, dem man sich am besten nicht in nüchtern-wacher Stimmung aussetzt.

PRODUKTION: DOCMINE Productions AG (Zürich), mixtvision (München), Schweizer Radio und Fernsehen 2010. BUCH/REALISATION: Jacqueline Zünd. KAMERA: Nikolai von Graevenitz, Lorenz Merz. TON: Andreas Prescher; Roman Bergamin (Rerecording Sound Mix). SCHNITT: Marcel Derek Ramsay, Natali Barrey. MUSIK: Marcel Vaid. VERLEIH: Columbus Film (Zürich). WELTVERTRIEB: Autlook Filmsales GmbH (Wien).
35mm, Farbe, 75 Minuten, Englisch/Chinesisch/Französisch/Ukrainisch

26.7.2011, 10:54 | Permalink

Der Sandmann [Peter Luisi]

Von Simon Meier [ Sélection CINEMA ]
Der Sandmann

Der dritte Spielfilm von Peter Luisi erzählt die ungewöhnliche Geschichte des Briefmarken-Antiquars Benno. Dieser ist ein frustrierter, notorischer Lügner, beruflich wie privat. Einzig zu seiner Nachbarin Sandra, die unter seiner Wohnung ein Café betreibt, ist er unmaskiert fies und zieht boshaft über ihre abendlichen, ruhestörenden Gesangsversuche her. Als Benno einen seltsamen, idyllischen Traum von sich und seiner verhassten Nachbarin am Meer hat, beginnt er Sand zu verlieren. Sand, der ihm buchstäblich vom Körper rieselt. Anfänglich versucht er diesen noch zu verstecken, doch nimmt die Menge des Sandes im weiteren Verlauf beängstigende Ausmasse an. Je mehr Sand Benno verliert, desto mehr löst er sich selber auf. Bald wird klar, dass das immer dann passiert, wenn er lügt.

Der Film besticht formal durch die ungewöhnliche Zusammenführung von Komödie und metaphorischem Drama. Zu Beginn wird der Fokus mehr auf die ironischen Aspekte des Themas gelegt: Wie Benno etwa dauernd den Sand vor seinem Umfeld zu verstecken versucht, und wie die überzeichneten Figuren darauf reagieren. Gegen Ende wird Der Sandmann mehr und mehr zu einem Drama. Denn als Benno merkt, dass er nur noch die Wahrheit sagen darf, um sich vor dem totalen Auflösen in formlosen Sand zu bewahren, verliert er die Lust daran, fiese Sprüche zu klopfen und seinen Makel vor seinem Umfeld zu verstecken. Waren Benno und Sandra zu Beginn passive Zuschauer in ihren Träumen – die eine Art Gegenwelt heraufbeschwören, in denen die beiden ein verliebtes Liebespaar sind – können sie diese nun aktiv steuern. In diesen diffusen Traum-Realitäten treffen sie auf alternative Persönlichkeiten ihrer selbst und hinterfragen dadurch ihre eigenen Identitäten.

Mit Der Sandmann ist Peter Luisi ein bestechend ungewöhnlicher Film gelungen. Sein drittes Werk – nach Verflixt verliebt (CH 2004) und Love Made Easy (CH 2006) – zeichnet sich durch eine innovative Mischung von Tragik und Komik aus. Der Filmemacher reizt das Sandmotiv dramaturgisch wie gestalterisch voll aus. Heraus ragt die schauspielerische Leistung von Fabian Krüger, der einnehmend den verbitterten Fiesling mit weichem Kern spielt. Krüger kennt man von seinen Auftritten am Zürcher Schauspielhaus unter Intendant Hartmann, von dem er gern als Spezialist für skurrile Figuren eingesetzt wurde, etwa in Don Juan.
Der Sandmann gewann zahlreiche Festivalpreise, u.a. den Max Ophüls Publikumspreis.

P: Spotlight Media Productions AG (Zürich), SRF 2011. B/R: Peter Luisi. K: Lorenz Merz. T: Oliver Schwarz. S: Claudio Cea. M: Martin Skalsky, Christian Schlumpf, Michael Duss. D: Fabian Krüger, Frölein DaCapo (Irene Brügger), Beat Schlatter, Florine Deplazes. V: Cineworx (Basel). W: Atrix Films (Starnberg).
35mm, Farbe, 87 min, Schweizerdeutsch/Deutsch.

31.5.2011, 14:04 | Permalink

Arme Seelen [Edwin Beeler]

Von Natalie Böhler [ Sélection CINEMA ]
Arme Seelen

“Jetz muesi mit Gebät dehinder”, sagte sich der alte Älpler, als ihm eine “Arme Seele” begegnete und einfach nicht mehr von seiner Seite wich. Arme Seelen sind im Volksglauben der Innerschweiz Ahnengeister, Wiederkehrer aus dem Jenseits, die für nicht bereute Untaten büssen und unter den Lebenden herumspuken. Sie sind meist harmlos, aber oft unheimlich; betet man für sie, lassen sie sich manchmal besänftigen. Ursprünglich stammt der Glaube aus vorchristlicher Zeit, einige Elemente übernahm der lokale Volkskatholizismus.

Für seinen Dokumentarfilm Arme Seelen lässt sich Edwin Beeler Geschichten erzählen: Bäuerinnen, Sennen und Priester aus der Innerschweiz schildern ihre Begegnungen mit Ahnengeistern. Diese sind oft, aber nicht immer gruselig: Wenn sie nicht weiter wisse, denke sie an ihren verstorbenen Ehemann, verrät eine alte Bäuerin. Dann spüre sie Trost und seine Unterstützung. Neben den Bewohnern dieser Gegend erzählen auch die Landschaften selber: Dunkle Wolken ziehen über Gipfel, Schatten spielen auf den steilen Hängen; die Mystik, die dieser archaische Landstrich ausstrahlt, wird durch die Aufnahmen sehr präsent.

Der Film ist eine ethnografische Beobachtung vom Umgang mit dem Tod, den Toten und dem Sterben. Ein Anliegen des Filmemachers war es auch, eine Glaubens- und Erzählkultur zu dokumentieren, die kurz vor dem Verschwinden steht. Das magische Denken und die Einbindung des Todes in den Alltag werden unter dem Fortschrittsdenken der rationalen Moderne als Aberglaube abgetan. Dabei legt der Film nahe, dass das Brauchtum selbst wie ein Ahnengeist ist: Es entspringt der geschichtlich gewachsenen Herkunft der Menschen und bildet ihren kulturellen und spirituellen Nährboden.

Wie schon in seinem vorherigen Dokumentarfilm Gramper und Bosse (CH 2005), ein Porträt von Bahnangestellten der SBB, erwuchs das Interesse am Stoff aus biographischen Bezügen Beelers. In Arme Seelen kehrt er in die Welt seiner Kindheit zurück. Aufgewachsen in der Innerschweiz, bildeten der katholische Totenkult und seine Mythen einen wesentlichen Teil seiner Alltagskultur, und die Kruzifixe, Gebete und Heiligenbilder im Haus der Grossmutter waren prägende Eindrücke. Entgegen dem Trend zur Selbstthematisierung bringt der Filmemacher seine eigene Person jedoch nicht explizit ein, sondern filmt mit einer angenehmen Zurückhaltung, die zulässt, dass man sich ganz auf die Porträtierten und ihre Geschichten konzentriert.

PRODUKTION: Calypso Film (Luzern), Schweizer Fernsehen 2010. BUCH / REALISATION / KAMERA / SCHNITT: Edwin Beeler. TON: Olivier JeanRichard. MUSIK: Oswald Schwander. VERLEIH: Calypso Film (Luzern).
HDCAM/dCinema, Farbe, 92 Minuten, Schweizerdeutsch/Deutsch.

31.1.2011, 11:15 | Permalink

Satte Farben vor Schwarz [Sophie Heldman]

Von Nathan Schocher [ Sélection CINEMA ]
Satte Farben vor Schwarz

Senta Berger und Bruno Ganz spielen das seit fast 50 Jahren verheiratete Paar Anita und Fred. Das Leben hat es gut mit ihnen gemeint, sie wohnen in einer luxuriösen Villa, sind Eltern zweier schon erwachsener Kinder, ihr Enkelkind macht gerade Abitur. Eines Tages sieht Anita beim Einkaufen auf der Strasse plötzlich Fred, der sich doch eben ins Büro verabschiedet hatte. Es stellt sich heraus, dass Fred sich eine Wohnung gekauft hat, die schon fast fertig renoviert ist. Aufgrund seiner Krebserkrankung glaubt er, ein Recht auf mehr Freiraum zu haben, einen Platz, wo er für sich sein darf. Anita empfindet diesen Schritt als Verrat an ihrer Ehe. Kurzerhand zieht sie aus Protest in eine Seniorenresidenz. Ein schmerzhafter Prozess beginnt, in dem sich Anita und Fred zwar wieder annähern, aber dennoch von allem Abschied nehmen müssen.
Mit Satte Farben vor Schwarz wagt sich die Schweizer Jungregisseurin Sophie Heldman an das heikle Thema Alterssuizid. Sie erzählt eine Geschichte, die viele spannende Fragen aufwirft: Wie begegnet man einer Krebserkrankung? Wie entscheidet man sich für oder gegen eine Behandlung? Wen bezieht man in eine solche Entscheidung mit ein? Und wie verändern diese Entscheidungen eine Beziehung? Durch ihre ruhige, einfach den Alltag der Figuren beobachtende Erzählweise gibt Heldman dem Zuschauer viel Raum für Fragen. Mit Antworten hält sie sich zurück, lässt den Zuschauer letztlich bezüglich der Motivation der Figuren im Dunkeln. Dies eröffnet zwar viel Interpretationsspielraum, jedoch wenig Möglichkeiten sich in die Figuren hinein zu fühlen. So verschenkt Heldman viel Identifikationspotential.
Stattdessen vertraut die Regisseurin ganz auf die elegante Bildgestaltung und das sorgfältige Spiel ihrer Schauspieler. Mit Bruno Ganz und Senta Berger konnte sie zwei Stars gewinnen, die ihr Bestes geben, um ihren Figuren Glaubwürdigkeit zu verleihen. Doch der Bruch mit den bürgerlichen Konventionen, den die Wahl des Freitodes darstellt, wird weder motiviert noch in seiner Schärfe herausgearbeitet, dazu fehlt es dem Film an Dramaturgie, am Spannungsbogen.
Erst gegen Ende entwickelt Satte Farben vor Schwarz nochmals etwas Drive, als Anita und Fred gemeinsam an der Abiturfeier ihrer Enkeltochter zu „I‘m So Excited“ auf der Tanzfläche ein letztes Mal richtig abrocken; aber das war es dann auch schon mit der Aufregung. Anschliessend wird man Zeuge eines quälend langsamen Freitodes, der einen ratlos und seltsam unberührt zurücklässt.

PRODUKTION: Dschoint Ventschr Filmproduktion AG (Zürich), Unafilm GmbH (Köln) 2010. BUCH: Sophie Heldman, Felix zu Knyphausen. REGIE: Sophie Heldman. KAMERA: Christine A. Maier. TON: William Frank. SCHNITT: Isabel Meier. M: Balz Bachmann. DARSTELLER: Senta Berger, Bruno Ganz, Leonie Benesch, Carina N. Wiese, Barnaby. Metschurat. VERLEIH: Look Now! (Zürich). WELTVERTRIEB: Beta Film GmbH (Oberhaching).
35 mm, Farbe, 87 Minuten, Deutsch.

17.1.2011, 09:00 | Permalink

Zu Zweit [Barbara Kulcsar]

Von Natalie Böhler [ Sélection CINEMA ]
Zu Zweit

Andreas und Jana sind Ende Dreissig, seit zehn Jahren verheiratet und Eltern von vierjährigen Zwillingen. Im Lauf der Zeit hat sich die Routine in ihre Beziehung eingeschlichen, und die Liebe droht ihnen immer mehr abhandenzukommen. Zeit für einen verzweifelten Rettungsversuch: Ein romantisches Wochenende im Tessin soll die Leidenschaft wiederbeleben und den Gefühlshaushalt ins Lot bringen. Doch es ist Winter, das Tessin ist verregnet, und schon auf dem Weg dorthin küsst Andreas eine Andere, was den Ausflug zum Nullpunkt der Ehe werden lässt. Wie weiter, wenn überhaupt? Der Film verschachtelt diese Zeitebene der Handlung mit einer zweiten, späteren, in der das Paar beim Therapeuten sitzt, die Ereignisse rekonstruiert und sie im Gespräch auszuwerten versucht: Ein geschicktes Erzählmittel, das Dramatisches mit distanzierterem Humor, eine bewegte Handkamera mit Statik und das Beziehungskistengewurschtel mit theoretischer Reflexion ausbalanciert.

Der Film entwirft lauter mögliche Gründe für das Straucheln der Liebe – die Kinder, der Stress, der Alltag – um schliesslich in Ratlosigkeit zu verharren. In der zweiten Hälfte verliert der Film entsprechend an Frische und Schwung, der Plot wird von etwas gar vielen Zufällen gelenkt. Dennoch sehenswert sind die grosse Natürlichkeit, mit der inszeniert und gespielt wird, und die liebevoll beobachteten Details aus dem Familien- und Paaralltag: das Chaos am Frühstückstisch, die kleinen Hoffnungen auf Romantik, die ins Leere laufen, das immer wieder haarscharfe Verfehlen der Harmonie und die nagenden Enttäuschungen, die daraus hervorwuchern.

Zu zweit, das Spielfilmdebüt von Barbara Kulcsar, Absolventin der ZdhK-Filmklasse, gewann den Zürcher Filmpreis 2010. Interessant ist das Ineinandergreifen von Produktionsbedingungen und Arbeitsweise. Anstatt öffentliche Fördermittel zu beantragen, entschloss sich das Produktionsteam, seine Zeit und Energie direkt in die Realisierung des Films zu stecken. Die Entscheidung für eine No-Budget-Produktion wurde konsequent umgesetzt: Gedreht wurde in wenigen Tagen mit kleinstmöglicher Crew, Requisiten und Kostüme stammen aus dem Privatfundus, die Aufnahmen entstanden mit natürlichen Lichtquellen und an realen Schauplätzen. Die Kamera arbeitete dabei mit Tiefenunschärfe, um die Sperrung der Schauplätze zu umgehen. Das klar durchdachte, intelligente Produktionskonzept verleiht dem Film eine Intensität und Dringlichkeit und ist seine eigentliche Stärke.

PRODUKTION: HC Vogel, Plan B Film (Zürich), 2010. REALISATION: Barbara Kulcsar. BUCH: Barbara Kulcsar, Anina La Roche. KAMERA: Orit Teply. SCHNITT: Christoph Menzi. TON: Jan Illing. MUSIK: Balint Dobozi. DARSTELLER: Linda Olsansky, Thomas Douglas, Peter Jecklin, Ragna Guderian. VERLEIH: Frenetic Films (Zürich).
HD, Farbe, 70 Minuten, Schweizerdeutsch/Deutsch.

07.1.2011, 09:08 | Permalink

Film socialisme [Jean-Luc Godard]

Von Natalie Böhler [ Sélection CINEMA ]
Film socialisme

Ein Kreuzfahrtschiff auf dem Mittelmeer: Gleich zu Beginn taucht Jean-Luc Godards Film socialisme ein in ein Stimmen- und Sprachengewirr einer bunt zusammengewürfelten Menschenmenge. Dazwischengeschnitten sind Aufnahmen von Fischen unter Wasser und von der schäumenden Gischt. Das Meer ist eine sprachlose, ruhige Sphäre, die mit dem Trubel kontrastiert. Mit seinen heterogenen Passagieren spiegelt das Schiff als Mikrokosmos den Makrokosmos Europa wider und wird zur Parabel für politische Entwicklungen: Wohin steuert Europa?
Das Schiff macht Halt in Ägypten, Palästina, Odessa, Griechenland, Neapel und Barcelona. Parallel findet eine Reise durch die teils wahren, teils erfundenen Mythen statt, die diese Orte begleiten. Sie sind kulturelle Knotenpunkte und rufen zugleich Bilder von Krieg und Zerstörung hervor. Godard mischt Archivaufnahmen mit neu gedrehten Sequenzen und stellt den Nahostkonflikt neben Bilder von antiken und altägyptischen Bauten, die Ruinen von Pompeii, die Treppensequenz aus Panzerkreuzer Potemkin (Sergei M. Eisenstein, SU 1925) und eine sozialistische Demonstration in Barcelona.
Ein weiterer Erzählstrang spielt in Südfrankreich. Zwei Kinder ziehen ihre Eltern zur Rechenschaft über die Werte der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Neben der Vergangenheit und der Gegenwart Europas kommt hier die Zukunft zur Sprache, weil die Kinder eine Reflexion der Ideologien fordern.
Film socialisme ist ein Essay, der mehrere Themen- und Motivstränge zu einer Collage aus Bildern, Musik, Dialogen und Zitaten verwebt. Wie der Film werden damit auch das Europa, das er entwirft, und die Geschichte des Kontinents zum Palimpsest. Die übereinandergeschichteten Bedeutungen lassen sich je nach Interpretation und Assoziation verschieden lesen. Die Montage verfährt dabei nach dem Prinzip der Dissoziation: Der Ton bricht mit dem Bild, die Musik schwillt abrupt an und ab, der Wind knallt im ungeschützten Mikrofon, das Videobild zerfällt teilweise in Pixel – Erweiterungen filmischer Verfremdungstechniken, die Godard seit längerem pflegt. Die Bilder werden dadurch hinterfragbar: Wer macht sie, und welchen Aussagegehalt haben sie? Ist ihnen zu trauen? Nicht zufällig wird das Bildermachen laufend thematisiert; die Figuren fotografieren und filmen ständig.
Was der Film genau anprangert und vorschlägt, bleibt bei aller Eigenwilligkeit der Form und ihrem politischen Anspruch vage. Film socialisme wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet, und wirkt wie ein Pamphlet ohne explizite Forderung, was verwirrend sein kann oder auch eine Herausforderung – wer zuschaut, muss sich aus der grossen Menge von Sinnangeboten assoziativ seinen je eigenen Film ersehen.

PRODUKTION: Vega Films (Zürich), TSR 2010. BUCH, REALISATION: Jean-Luc Godard. KAMERA: Fabrice Aragno, Paul Grivas. TON: Gabriel Hafner, François Musy. DARSTELLER: Catherine Tanvier, Christian Sinniger, Jean-Marc Stehlé, Patti Smith. VERLEIH: Vega Distribution AG (Zürich). WELTRECHTE: Wild Bunch Distribution (PARIS).
HD, Farbe, 102 Minuten, Französisch / Englisch.

18.11.2010, 15:34 | Permalink

Sommervögel [Paul Riniker]

Von Nathan Schocher [ Sélection CINEMA ]
Sommervögel

Eine verstörte junge Frau sitzt nackt in der Badewanne. Daneben auf dem Klodeckel die Mutter, die mit sanfter Stimme auf die Tochter einredet. Die Tür zum Badezimmer ist nur halb geschlossen, im Türspalt taucht der gerötete Kopf des Vaters auf, er ist offensichtlich sehr aufgebracht. Die Mutter fragt: «Wo hat der Mann dich berührt? Du weisst, dass du nichts tun musst, was du nicht willst, nicht wahr?» Die Tochter schüttelt nur den Kopf und sagt: «Ich will nicht baden!»
Diese Szene bringt das Kernthema von Sommervögel auf den Punkt: die sexuelle Selbstbestimmung einer geistig behinderten Person. Wer den Film aber nun als reinen Problemfilm abtun wollte, verpasst die nicht ohne Sinn für Komik erzählte Geschichte der Annäherung der Aussenseiter Res und Greta. Am Anfang trennen die beiden Welten: Er ist gerade aus dem Knast entlassen worden, sie lebt mit 33 Jahren immer noch überbehütet bei den Eltern, wo sie sich eingeengt und unterfordert fühlt. Also streift sie immer wieder mal zum nahegelegenen Campingplatz, wo sie sich für Platzwartin Bea auch mal nützlich machen darf. Res hingegen kennt Bea noch von früher und sucht bei ihr Unterschlupf und Arbeit, weil er sonst schlicht nicht weiss, wohin. Greta fühlt sich rasch zum stämmigen Brummbär Res hingezogen, obwohl der sie mit seiner schroffen Art zuerst oft zurückweist und verletzt. Mit ihrer kindlichen Direktheit schafft sie es allmählich, sein abgebrühtes Rockerherz zu erobern. Und obwohl Res Bea anfangs versichert, er fange doch nicht etwas mit einer Behinderten an, bahnt sich unter den misstrauischen Blicken der übrigen Bewohner auf dem Campingplatz so etwas wie ein kleiner Skandal an.
Paul Riniker hat sich beim Schweizer Fernsehen als Dokumentarfilmspezialist für heikle Themen einen Namen gemacht. Entsprechend feinfühlig und differenziert geht er diese fiktionale Liebesgeschichte an. Darunter leidet streckenweise das Erzähltempo von Sommervögel. Der konsequente Verzicht auf aufgesetzte Dramatik schafft dafür viel Raum für kleine Gesten und Atmosphäre. Hoch anzurechnen ist Riniker das Bestreben, auch seine Nebenfiguren mit einem glaubwürdigen Innenleben auszustatten. Unterstützt wird er dabei von durchs Band tollen Darstellerleistungen, herausragend ist das von Roeland Wiesnekker und Sabine Timoteo gespielte ungleiche Liebespaar. Wiesnekker lässt die Scham und Angst vor Zurückweisung im groben Knasti-Klotz Res durchschimmern, Timoteo übersetzt die unverstellten Emotionen ihrer Greta in eine Körpersprache, für die sie einen zweiten Schweizer Filmpreis als Beste Darstellerin verdient hätte.

PRODUKTION: Hugofilm Productions (Zürich), SF 2010. BUCH: Signe Astrup, Eva Vitja, Petra Haas, Paul Riniker. REGIE: Paul Riniker. KAMERA: Felix von Muralt. TON: Hugo Poletti. SCHNITT: Miriam Flury. MUSIK: Marcel Vaid. DARSTELLER: Sabine Timoteo, Roeland Wiesnekker, Anna Thalbach. VERLEIH: Frenetic Films (Zürich). WELTRECHTE: Hugofilm Productions (Zürich).
35 mm, Farbe, 96 Minuten, Schweizerdeutsch.

28.10.2010, 15:10 | Permalink
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