La diga [Fulvio Bernasconi]
| Von Francesco Laratta | [ Sélection CINEMA ] |
In der Tat hängen die «Halluzinationen» mit einer ähnlichen Geschichte zusammen, welche den Bau des Staudamms von Bosco Lais, aber auch Elena und Giorgia direkt betrifft. Mit misstrauischen Blicken werden die beiden im Dorf beäugt. Die Leute geben sich zugeknöpft – ganz offensichtlich wird in Bosco Lais ein Geheimnis gehütet. Am Stammtisch wird über die unerwünschten Neuankömmlinge rege disputiert. In der Nacht nach Elenas und Giorgias Ankunft stürzt ein alter Mann von der Brücke, in der darauf folgenden wird ein weiterer Dorfbewohner ertrunken aufgefunden. Die Anspannung steigt, und Elena wird forsch gebeten, Bosco Lais so schnell wie möglich zu verlassen. Schliesslich wird sie sogar mit Gewalt aus ihrem eigenen Haus getrieben. Zu Hilfe kommt ihr der nette Staudammwächter Gabriele, der Elena mehr als ein bisschen Sympathie entgegenbringt. Es stellt sich heraus, dass Giorgia, die Elenas verschollener und vergessener Zwillingsschwester aufs Haar gleicht, der Grund für das seltsame Gebaren der Dorfbewohner ist. Als sie plötzlich verschwindet, muss Elena handeln und der Geheimnistuerei ein Ende setzen.
Der Regisseur Fulvio Bernasconi greift in La diga tief in die Trickkiste des Thrillergenres. Mit viel Suspense, unheimlicher Musik und verstörenden Halluzinationen wird das Lokalmärchen angereichert. Nicht selten aber setzt er sich über das massvolle Spurenlegen hinweg, und spätestens beim weinenden Mariawandbild ist es zu viel des Guten. Das durchaus solide Drehbuch hätte gern auf die ein wenig aufgesetzt wirkende Liebesgeschichte zwischen Elena und Gabriele verzichten können. Lobenswert bleibt das Projekt, einen Schweizer Thriller zu drehen, auf jeden Fall – nicht zuletzt durch die Sequenzen mit gespenstisch schaukelnder Handkamera und dank dem überzeugenden und erfrischend natürlichen Spiel der HauptdarstellerInnen.
P: Ventura Film (Meride), RTSI, Arte 2003. B: Fulvio Bernasconi, Grischa Duncker. R: Fulvio Bernasconi. K: Joseph Areddy. T: Massimo Pellegrini. S: Carlotta Cristiani, Sabrina Foti. M: Alberto Morelli, Stefano Scarani. D: Giorgia Senesi, Astrid Casali, Pier Paolo Capponi, Stefano Rossier. V: Ventura Film (Meride). W: RTSI.
Digital Beta (Videotransfer), Farbe, 81 Minuten, Italienisch.

